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Lerngeschichten nutzen zur Dokumentation der Sprachentwicklung

Durch Lerngeschichten lenken Sie Ihren Blick auf die sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes, statt auf seine Defizite. Sie dokumentieren zugleich den Entwicklungsstand und die Interessen.

Der Vorteil von Lerngeschichten ist, dass Sie den ganzheitlichen Lernprozess der Kinder betrachten und als „Geschichte“ festhalten. So schaffen Sie es, auch den Raum und Zeitpunkt, die Interaktionspartner und die Stimmung des Kindes zu berücksichtigen. Sie dokumentieren die Stärken des Kindes und die Defizite.

1. So entsteht eine Lerngeschichte

Beobachten Sie das Kind in einer Situation für rund 5 bis 10 Minuten. Am besten eignen sich hierzu besondere Momente, in denen das Kind leidenschaftlich in eine Situation eintaucht. Das kann im Kontakt, im Spiel oder auch im Konflikt mit anderen Kindern sein. Achten Sie dabei auf das Interaktionsverhalten des Kindes. Notieren Sie hierzu möglichst alle Dinge, die das Kind macht und sagt. Praxisbeispiel: Die Erzieherin Anne beobachtet zwei Jungen in der Leseecke. Adrian schaut sich mit Linus ein Bilderbuch über einen Bauernhof an. Adrian ist in der Regel sehr ruhig und zurückhaltend. Er erzählt normalerweise wenig von seinen Erlebnissen. Plötzlich erzählt er aber ganz aufgeregt: „Ich war gestern mit Mama beim Hansebauer. Wir haben dem Bauern unser altes Brot gebracht. Das Brot bekommen die Schweine zum Fressen. Ich habe sie gefüttert. Mit altem Brot, Brötchen und Rüben: So …“ Dabei macht er eine Handbewegung, als ob er den Schweinen etwas zum Fressen zuwerfen würde. Linus schaut Adrian mit interessiertem Blick an und sagt: „Ich habe noch nie Schweine gefüttert. Darf ich mal mit zum Hansebauer kommen?“ Adrian entgegnet: „Na klar, du musst dir aber Gummistiefel anziehen und eine alte Hose. Denn im Schweinestall stinkt es.“ Er hält sich die Nase zu und sagt: „Puhhhh.“ Nun hält sich auch Linus die Nase zu und ruft laut: „Puh!“ Beide Jungen lachen laut und grunzen anschließend wie Schweine. Anne notiert ihre Beobachtungen und die Aussagen der Jungen. Zudem macht sie Fotos von den Kindern.

2. Sprechen Sie mit dem Kind über Ihre Beobachtungen

Sprechen Sie anschließend mit dem Kind über Ihre Beobachtungen. Die Erzieherin Anne setzt sich hierzu zu den beiden Jungen in die Leseecke und sagt: „Ich habe gerade beobachtet, wie Adrian von seinem Erlebnis beim Hansebauern erzählt hat. Adrian du hast ganz begeistert erzählt, wie du die Schweine gefüttert hast.“ Daraufhin erzählt Adrian nochmals mit strahlenden Augen von seinem Erlebnis und das er Linus beim nächsten Mal mitnehmen möchte. Anne zeigt den Jungen die Fotos, die Sie gemacht hat. Beide Kinder lachen laut, als sie das Bild sehen, bei denen sie sich die Nase zuhalten. Durch solch ein Gespräch können Sie überprüfen, ob Sie alles Bedeutsame notiert und richtig verstanden haben. Zudem beziehen Sie die Kinder in der Entstehung der Lerngeschichte ein und können ergänzende Kommentare notieren.

3. Werten Sie die Beobachtungen aus

Werten Sie die Beobachtungen aus und analysieren Sie diese hinsichtlich des Interesses und Engagements des Kindes. Überlegen Sie auch, wie das Kind mit eventuellen Herausforderungen umgegangen ist, wie es sich sprachlich oder nonverbal ausgedrückt und mitgeteilt hat. Wenn mehrere Kinder an der Situation beteiligt waren, notieren Sie, wie das Kind gemeinsam mit den anderen umgegangen ist und wie sie gemeinsam die Situation gemeistert haben

4. Schreiben Sie die Lerngeschichte nieder

Anschließend verfassen Sie aus den Notizen die Lerngeschichte in Form eines Briefs an das Kind.

  • Beginnen Sie mit „Lieber/Liebe …“.
  • Schreiben Sie die Lerngeschichte so, als ob Sie mit dem Kind sprechen und ihm Ihre Beobachtungen erzählen würden.
  • Falls Sie Fotos gemacht haben, ergänzen Sie diese.
  • Nutzen Sie eine kindgerechte Sprache und kurze Sätze.
  • Benennen Sie explizit das, was das Kind gelernt hat oder ein Verhalten, das es vorher noch nicht gezeigt hat. Bei Adrian im Praxisbeispiel schreibt Anne auf, dass der ruhige, stille Junge plötzlich sehr viel erzählt.
  • Nutzen Sie motivierende Worte und drücken Sie Ihre Freude über die Beobachtung aus. 

5. Nutzen Sie die Lerngeschichten im Entwicklungsgespräch

Beziehen Sie die Lerngeschichten im nächsten Entwicklungsgespräch mit ein. Die Eltern freuen sich sehr darüber, dass Sie die Individualität und besondere Momente ihres Kindes sehen und festhalten. Zudem können Sie anhand dieser Geschichte neue Entwicklungsschritte und den Stand der Sprachentwicklung beleuchten, indem Sie über den Satzbau, die Wortwahl und die Artikulation des Kindes sprechen.