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Hinsehen will gelernt sein – Das A und O von Beobachten und Dokumentieren

Ihre Beobachtungen stellen die Grundlage für die Entwicklungsgespräche dar, die Sie mit den Eltern führen. Auch die effiziente Förderung der Kinder Ihrer Einrichtung hängt von Ihren qualifizierten Beobachtungen und den daraus abgeleiteten Konsequenzen ab. Je differenzierter und genauer Sie das Kind beobachten, desto effektiver gelingen die Förderung und das Elterngespräch über die Entwicklung des Kindes.

So beobachten Sie kompetent

Schulen Sie Ihr gesamtes Team, damit alle Mitarbeiterinnen Ihrer Einrichtung auf einen gleichen Wissensstand kommen. Ihre Mitarbeiterinnen sollten folgende Grundsätze kompetenter Beobachtungen kennen und anwenden können:

  • Die Mitarbeiterinnen beobachten das Verhalten und die Leistung des Kindes.
  • Sie interpretieren oder spekulieren in ihren Beobachtungen nicht.
  • Sie halten ihre Beobachtungen immer schriftlich fest.
  • Sie nutzen für ihre Beobachtungen die Fragestellungen: „Wie tut das Kind etwas?“, „Wie verhält es sich?“
  • Sie beobachten alle Kinder systematisiert, d. h. in zeitlich festgelegten Abständen, die verbindlich für Ihre Einrichtung und alle Mitarbeiterinnen gelten.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen Beispiele. In der linken Spalte sehen Sie, wie Sie Beobachtungen richtig und aussagekräftig dokumentieren sollten. Auf Interpretationen als Formulierungen, wie in der Tabelle in der rechten Spalte, sollten Sie besser verzichten.

Legen Sie Beobachtungskriterien fest

Je nachdem, ob Sie in einer Krippe, einem Kindergarten oder Hort arbeiten, wird die Gewichtung Ihrer Kriterien unterschiedlich ausfallen. In Krippe und Kindergarten werden Sie Ihr Augenmerk eher auf den Wahrnehmungsbereich und die Entwicklungsgebiete Sprache, Sozialverhalten, Motorik legen. Bei Hortkindern zählen eher der Leistungs- und der Verhaltensbereich, wie beispielsweise das Sozialverhalten in der Gleichaltrigengruppe.

Die folgenden Kriterien bieten sich für Ihre Beobachtung an. Die kursiv gedruckten Texte stehen als Beispiele für Beobachtungen.

  • Körperliche Entwicklung: 9-jähriges Mädchen ist 150 cm groß.
  • Motorische Entwicklung: 4-Jähriger kann sicher auf einer schmalen Linie balancieren.
  • Kognitive Entwicklung: 5-Jährige zählt fließend bis 100, sprachliche Entwicklung: 3-jähriges Kind sprich Ein-Wort-Sätze.
  • Wahrnehmung: 9-jähriges Kind, das 3 Monate in der Einrichtung ist, kann Erzieherinnen nicht unterscheiden und mit dem Namen benennen.
  • Sozialverhalten: 6-Jähriger schlägt, wenn er Spielsachen abgeben soll.
  • Konfliktlösung: 8-Jährige bringt Kompromissvorschläge ein.
  • Spielverhalten: 6-Jähriger spielt nur allein oder mit Erzieherin.
  • Motivation: 4-Jährige kommt immer fröhlich und lachend.
  • Arbeitshaltung: 6-Jähriger weint, wenn er ein Spiel zu Ende bringen soll.
  • Leistungsverhalten: 10-Jährige will in der Hausaufgabenzeit zusätzliche Arbeitsblätter.
  • Allgemeinwissen: 7-Jähriger kennt außer Grundfarben keine weiteren Farben.

Im Folgenden finden Sie einen Beobachtungsbogen als Muster. Der Bogen ist für Krippen- und Kindergartenalter geeignet. Durch die Möglichkeit zum Ankreuzen kann er schnell ausgefüllt werden und Sie erhalten rasch einen Überblick.

Sprechen Sie mit den Eltern über die Beobachtungen

Im Gespräch mit den Eltern beschränken Sie sich auf ausgewählte Beobachtungen. Wählen Sie dabei ganz besonnen solche Beobachtungskriterien aus, die sowohl Stärken als auch Schwächen des Kindes zeigen. Wenn Sie sich ausschließlich auf die schwachen Seiten konzentrieren, kann dies auf Eltern frustrierend und enttäuschend wirken. Nach dem Besprechen der Beobachtungskriterien fassen Sie die Stärken und Schwächen des Kindes zusammen und legen Sie anschließend, gemeinsam mit den Eltern, den Entwicklungsbedarf fest.Sprechen Sie über Perspektiven und über Entwicklungsziele, die das Kind erreichen sollte: „Ihr Kind muss lernen, Kontakte zu anderen Kindern zu knüpfen und mit den Kindern zu spielen.“ Beraten Sie die Eltern auch, wie diese Entwicklungsschritte erreicht werden können und welche Unterstützung das Kind durch die Eltern benötigt. „Bringen Sie Ihr Kind in viele Situationen, in denen es mit Kindern spielen kann. Gehen Sie auf öffentliche Spielplätze, laden Sie Kinder nach Hause ein. Ziehen Sie sich aus dem Spiel bewusst zurück, Ihr Kind muss lernen, eigene Spielideen zu entwickeln.“

Beobachtungen sind das A und O einer zielgerichteten Pädagogik: Dadurch können Sie das Wohl und die Weiterentwicklung jedes Kindes ganz individuell im Auge behalten.

Tabelle: Anregungen für kompetente Beobachtungen

So geht’s: So schreiben Sie Beobachtungen auf  So nicht: Verwenden Sie keine Interpretationen  
Das Kind schlägt und tritt andere Kinder.    Das Kind reagiert aggressiv.  
Das Kind weint bei neuen oder unbekannten Situationen (Ausflüge, neue Erzieherin in der Gruppe etc.).  Das Kind ist überängstlich.  
Das Kind schaut anderen Kindern beim Spielen zu und lehnt es ab, mit den Kindern gemeinsam zu spielen.  Das Kind ist introvertiert.  
Das Kind malt einen Schmetterling mit Hut, Sonnenbrille und Sonnenschirm.  Das Kind ist kreativ.  
Das Kind weint, wenn es beim Spielen verliert.  Das Kind hat eine geringe Frustrationstoleranz.  
Das Kind zählt die Augen des Würfels einzeln ab.  Das Kind hat Probleme bei der simultanen Mengenerfassung.  
Das Kind verläuft sich auf dem Weg zur Toilette.  Das Kind hat Defizite in der räumlichen Wahrnehmung.  
Das Kind rempelt im Vorbeigehen andere Kinder an, tritt einem Kind auf den Fuß und läuft gegen den Türrahmen.  Das Kind hat Schwierigkeiten mit der Körperwahrnehmung.  

Kopiervorlage: Beobachtungsbogen für Krippen oder Kindergärten

Beobachtungsbogen für Kind:

Alter: Ausgefüllt von: Ausgefüllt am:  
Sehr gut entwickelt: ++ Gut entwickelt: + Nicht ausreichend entwickelt: - Nicht entwickelt: --  
Beobachtungsbereiche  ++   +    -   --  
Selbstständigkeit (Ankleiden, Aufräumen etc.)  
 

 

 

 
Eigeninitiative (eigene Ideen, Umsetzung der Ideen etc.)  
 

 

 

 
Sozialverhalten (Freundschaften, Kontaktaufnahme, Rücksicht,Konfliktverhalten etc.)  
 

 

 

 
Emotionale Entwicklung (Stimmungslage, kann Gefühle ausdrücken, Verhalten beim Verabschieden der Eltern etc.)  
 

 

 

 
Kreativität (Spielideen, künstlerische Vorlieben und deren Umsetzung etc.)  
 

 

 

 
Fantasie (Ideenreichtum, Ausdrücken der Ideen, Erzählen von Geschichten, Rollenspiele in der Puppenecke etc.)  
 

 

 

 
Wahrnehmung (visuelle, auditive, taktile etc.)  
 

 

 

 
Lernverhalten (Auffassungsgabe, Merkfähigkeit, Logik etc.)  
 

 

 

 
Arbeitsverhalten und Konzentration (kann bei einer Aufgabe bleiben, kann Aufgabe oder Spiel zu Ende führen, Ablenkbarkeit etc.)  
 

 

 

 
Grobmotorik (Bewegungen, Koordination der Bewegungsabläufe, Geschicklichkeit etc.)  
 

 

 

 
Körperwahrnehmung (Körperschema, Tastempfinden, Krafteinsatz, Schmerzempfinden etc.)  
 

 

 

 
Sprachentwicklung (lautreine Wiedergabe von Worten, Versen, Grammatik, Erzählen von Erlebnissen und Geschichten etc.)  
 

 

 

 
Beteiligung an Angeboten (eigener Antrieb, Bereitschaft, etwas für die Gruppe zu tun, Wille, Angefangenes zu Ende zu bringen, etc.)  
 

 

 

 
Spielverhalten (findet sein Spiel, bringt sich ein, hat eigene Ideen etc.)  
 

 

 

 
Sonstiges:  
 

 

 

 
Bemerkungen zu den Beobachtungsbereichen:




 
Entwicklungsbedarf / Förderbedarf / Ziele: