Das sollten Sie als Erzieherin über die Rente wissen

Die Lebensarbeitszeit wird künftig länger andauern, die Rentenhöhe wird geringer. Trotzdem bleibt für die meisten die gesetzliche Rentenversicherung die wichtigste Säule der Versorgung. Für Sie als Erzieherin sind daher die folgenden Informationen wichtig.

Diese Rentenarten sollten Sie kennen

"Rente" heißt nicht nur Versorgung im Alter. Auch die "Verminderte Erwerbsfähigkeit" und der Todesfall sind weitere abgesicherte Risiken. Verminderte Erwerbsfähigkeit liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr mindestens 6 Stunden täglich arbeiten kann. Beim Tod eines Versicherten können Ehepartner oder Kinder einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben. Es gibt verschiedene Rentenarten, im Einzelnen unterscheidet man

  • Altersrenten,
  • Erwerbsminderungsrenten,
  • Witwen-, Witwer- und Waisenrenten.

Grundlage der Rentenberechnung

Für Ihre Rente zählen nicht nur Ihre gezahlten Beiträge, die Sie während Ihrer Berufstätigkeit angesammelt haben. Auch andere Zeiten wirken sich auf die Rente aus, vgl. § 58 SGB VI: Zeiten für Schulausbildung nach dem 17. Lebensjahr oder Hochschulbesuch können angerechnet werden, so z. B. auch Ihr Fachschulbesuch.

Weitere Anrechnungszeiten können für Krankheitszeiten, Arbeitslosigkeit, Schwangerschaft und Mutterschutz sowie Ausbildungsplatzsuche entstehen. Für die Geburt eines Kindes vor dem 01.01.1992 kann die Mutter, auf Antrag auch der Vater, 12 Monate Kindererziehungszeiten bekommen. Ab Geburtsdatum 01.01.1992 beträgt die Kindererziehungszeit 36 Monate. Kindererziehungszeiten werden rentenrechtlich wie Pflichtbeitragszeiten gewertet.

Beispiel: Eine Erzieherin hat ihr Kind am 14.03.2003 geboren. Vom 01.04.2003 an werden ihr 36 Monate Kindererziehungszeiten angerechnet, vgl. § 56 Abs.1 und 5 SGB VI. Diese 3 Jahre steigern ihre zukünftige Rente nach heutigen Werten um 78,36 € monatlich. Wenn sie in dieser Zeit auch arbeitet, erhöht dies ihre Rente zusätzlich.

Ihr Rentenkonto sollte vollständig und lückenlos sein

Das Wichtigste ist ein "geklärtes" Rentenkonto. Ihr Rentenversicherungsträger sollte ab Ihrem 16. Lebensjahr wissen, welche Beiträge aus einer beruflichen Tätigkeit Sie gezahlt oder was Sie sonst getan haben. Hierdurch kann jedem Monat eine rentenrechtliche Zeit zugeordnet werden. Die von Ihrem Arbeitgeber abgeführten Beiträge werden automatisch Ihrem Rentenkonto hinzugefügt. Andere Zeiten müssen Sie selbst geltend machen.

Erst wenn Ihr Versicherungskonto vollständig ist, können Sie auch wirklich die Rente erhalten, die Ihnen zusteht. Es ist daher wichtig, dass Sie schon jetzt Ihr Konto klären lassen. Was Sie dafür tun müssen, erfahren Sie im unten stehenden Beispiel. Alle Leistungen der Rentenversicherung müssen Sie beantragen, egal ob Rente oder Kontenklärung.

Beispiel: Kindergartenleiterin Katharina M., 39 Jahre alt, hat sich noch nie um ihre Rente gekümmert. Sie hat mit 16 als Vorpraktikantin zu arbeiten begonnen. Nach der Ausbildung war sie 18 Monate arbeitslos. Sie hat ihre Berufstätigkeit nach der Geburt der beiden Kinder je 3 Jahre unterbrochen. Auf einen Rat hin fordert sie über das Internet bei der Deutschen Rentenversicherung einen Versicherungsverlauf an. Der zeigt ihr, welche Zeitlücken in ihrem Rentenkonto ungeklärt sind. Sie stellt einen Antrag auf Kontoklärung und macht Angaben zu Zeiten der Fachschulausbildung, Arbeitslosigkeit und Kindererziehung. Wenige Wochen später erhält sie von der Rentenversicherung einen "Feststellungsbescheid" darüber, dass ihr Rentenkonto nun vom 16. Lebensjahr bis zum Ende des vorigen Kalenderjahres geklärt ist.

Die Rentenversicherungsträger informieren Sie

Träger sind die "Deutsche Rentenversicherung Bund" - früher BfA - und die Deutsche Rentenversicherung des jeweiligen Bundeslandes, die frühere LVA. Wenn Sie sich unsicher sind, welchem Träger Sie zugeteilt sind, fragen Sie bei einem der Rentenversicherungsträger an. Ihre nächstgelegene Beratungsstelle können Sie im Telefonbuch oder im Internet auf der Seite www.deutsche-rentenversicherung-bund.de finden.


Wichtiger Hinweis: Geben Sie bei allen Anfragen an die Rentenversicherung immer Ihre 12-stellige Versicherungsnummer an! Diese finden Sie beispielsweise auf Ihrem Sozialversicherungsausweis, Ihrer Gehaltsmitteilung oder Ihrer jährlichen Sozialversicherungsmitteilung.
Ihre rechtzeitige Vorsorge wird sich dann auszahlen, wenn Sie Rentenleistungen beantragen - hoffentlich erst im Alter!


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