Teamführung: So gelingt es der Leitung im Kita-Team

Der Leitung in der Kita kommt eine besondere Rolle im Team zu. So übernimmt die Kindergartenleiterin oder der Kindergartenleiter in der Einrichtung spezielle Aufgaben wie die Personalführung oder die Öffentlichkeitsarbeit. Zugleich hat die Leitung meistens eine Doppelrolle im Team inne: Einerseits in der Position als Führungskraft und andererseits als Teammitglied. Dies kann in einigen Fällen eine Gratwanderung darstellen. Nicht immer ist es leicht, den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden.

Welche Aufgaben übernimmt die Teamführung der Kindertagesstätte?

Aufgaben von Teamführung in der Kita
Infografik - Welche Aufgaben hat die Teamführung in der Kita © Prokita-Portal.de

Eine Teamleiterin oder ein Teamleiter hat in der Kita eine spezielle Position inne. So ist die Leitungskraft für alle Belange, die die Einrichtung betreffen, verantwortlich. Egal, ob es um die Kinder, die Ausstattung der Kita oder die Personalpolitik geht: Letztendlich muss die Leitung wichtige Entscheidungen für die Entwicklung der gesamten Einrichtung treffen und diese auch entsprechend nach außen vertreten.

Je nach Größe der Kindertagesstätte kann es sein, dass die Führungskraft nicht mehr operativ arbeitet. Das bedeutet, dass die Arbeit in der Gruppe nicht mehr vorrangig ist oder sogar komplett in den Hintergrund tritt. Denn weil die Leitung insbesondere repräsentative und übergeordnete Aufgaben übernehmen muss, bleibt ihr für den normalen Alltag mit den Kindern weniger oder sogar überhaupt keine Zeit. Diese übergeordneten Aufgaben sind unter anderem:

  • Überwachung der pädagogischen Standards: Wird der gesetzliche Erziehungsauftrag eingehalten? Bekommen die Kinder alle wichtigen Bildungsbereiche vermittelt?
  • Koordinierung der Teamarbeit in der Kita: Leitungskräfte im Kindergarten sind für die Erzieherinnen und Erzieher die ersten Ansprechpartner, wenn es um berufliche, aber auch persönliche Angelegenheiten geht.
  • Personalarbeit: Führungskräfte in der Kindertagesstätte gestalten und koordinieren die Dienst- und Urlaubspläne. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Teamentwicklung. Die Kita-Leitung behält pädagogische Möglichkeiten zur Fortbildung für die Erzieher und Erzieherinnen im Blick. Auch die teambildenden Maßnahmen werden häufig von der Führungskraft initiiert.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Die Kindergartenleitung vertritt die Kita nach außen – zum Beispiel gegenüber den Eltern oder dem Träger der Einrichtung. Sie sorgt so für das Image der Einrichtung.

Die Kindergartenführung muss sich also primär um die Zusammenarbeit des ganzen Teams kümmern: So wählt die Leitung geeignetes Personal für die Einrichtung aus. Außerdem gehört es zum alltäglichen Geschäft einer Führungskraft, Aufgaben zu delegieren und das gesamte Team zu fördern und zusammenzuhalten. Sei es, indem sie sich um die Teamentwicklung kümmert, Konflikte zwischen Mitarbeitern schlichtet oder sich lediglich den alltäglichen Verwaltungsaufgaben annimmt.

Wieso ist die Aufgabe als Führungskraft gerade in der Kita so herausfordernd?

Insbesondere in der Position als Kitaleiterin oder Kitaleiter können Spannungen entstehen. Da die Leitungskraft häufig nicht nur Führungsaufgaben übernimmt, sondern in den meisten Fällen auch als Teammitglied bei der alltäglichen, erzieherischen Arbeit mit den Kindern auftritt, können Konflikte mit anderen Teammitgliedern oder den Eltern entstehen.

Leitungsaufgaben wahrnehmen: Konfliktpotenzial im Team

So ist der Übergang zwischen der Rolle als Führungskraft und als Teammitglied nicht immer einfach. Die Problematik besteht darin, dass die Kita-Leitung einerseits als „normale“ Erzieherin die alltäglichen Aufgaben mit den Kindern übernimmt. Andererseits erteilt die Führungskraft aber auch Weisungen und trifft wichtige Entscheidungen. Das geschieht nicht immer in Absprache mit dem gesamten Team, sondern womöglich nur auf Anweisung des Trägers. Das birgt Konfliktpotenzial.

Wird die Leitung einer Kindertagesstätte von den anderen Mitarbeitern nicht in der Rolle einer Führungskraft wahrgenommen, kann das ernste Probleme nach sich ziehen. Die Herausforderung besteht also für die Teamführung darin, kollegiales Verhalten und Führungsstärke zu vereinbaren – und dabei gleichzeitig nahbar zu bleiben.

Um diese Herausforderung zu meistern, kann es für die Teamleitung sinnvoll sein, nicht nur ihre pädagogische Bildung fortzusetzen. Unter anderem durch spezielle Seminare, die Grundlagen der Führungsarbeit vermitteln. In diesen Weiterbildungen können Sie die Methoden der guten Teamführung erlernen.

Pädagogische Entscheidungen nach außen vertreten

Wie allen anderen Führungskräfte auch, obliegt es der Leitung einer Kindertagesstätte, für ihr Team geradezustehen. Das ist im sozialen Bereich noch heikler als in anderen Branchen: Erzieherische Entscheidungen lassen sich nicht immer einfach treffen. Mitunter sind Eltern verunsichert oder sogar verärgert über das Verhalten oder die Einschätzung eines Teammitglieds. Gerade wenn es um Entwicklungsdefizite geht, sind Konflikte zwischen Kita und Eltern nicht selten.

In solchen Fällen lautet die Devise: Diplomatisch bleiben. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kollegen und dem Elternteil zunächst einzeln. Jede Sichtweise hat meistens ihre Berechtigung und sollte berücksichtigt werden. Sofern es möglich ist, liegt es an der Führungskraft, zu vermitteln. Geht es nicht anders, bietet sich das Gespräch zu dritt an. Hier hat die Kita-Leitung eine Mittlerposition inne. Schlussendlich geht es um die bestmögliche Entwicklung der Kinder.

Tipps: Was zeichnet eine gute Teamführung aus?

Viele Erzieherinnen und Erzieher rutschen in die Position einer Führungskraft hinein – ohne in ihrer Ausbildung auf die damit verbundenen Herausforderungen vorbereitet zu werden. Meistens heißt es dann: Learning by Doing. Doch es gibt einige Aspekte, die Leitungsaufgaben und den Alltag als Führungskraft in der Kita erleichtern:

  • Gutes Zeitmanagement: Da mit der Führungsarbeit ein Mehraufwand verbunden ist, heißt es unbedingt: Die Zeit sinnvoll einteilen! Denn das Zeitmanagement ist einer der wichtigsten Dinge, die erlernt werden müssen. Sonst bleiben wichtige Aufgaben auf der Strecke – und Sie auf lange Sicht gesehen auch.
  • Fähigkeit zu delegieren: Zu einem guten Zeitmanagement gehört auch die Delegationsfähigkeit. Weniger dringliche Aufgaben können an Kollegen weitergegeben werden, während die Führungskraft insbesondere diejenigen Aufgaben übernimmt, die nur sie erledigen kann. Das heißt konkret: Übergeben Sie Ihren Kollegen doch die Wochenplanung für die nächsten Monate, aber bereiten Sie die Besprechung mit Elternbeirat und Träger selbst vor.
  • Ehrliche und transparente Kommunikation: Insbesondere für pädagogische Fachkräfte in Kitas ist eine offene Kommunikation im Team Kita unerlässlich. Denn sie stehen zwischen den Stühlen. Daher ist es für sie sehr wichtig, ihre Position klar gegenüber ihren Kollegen zu kommunizieren.
Kinder schon richtiges Zeitmanagement lehren
Damit nichts auf der Strecke bleibt, ist gutes Zeitmanagement extrem wichtig © Prostock-studio - Shutterstock

An den oberen Punkt anknüpfend ist es insbesondere in der Doppelrolle elementar, dass die Grenze zwischen der Position als Kollege und der als Vorgesetzter klar gezogen ist. Denn Konflikte entstehen seltener, wenn die Mitarbeiter wissen, dass eine Entscheidung als Leitungskraft getroffen wurde – und nicht als Kollege.

Alltägliche Arbeit in der Teamführung: Wie lassen sich Teamsitzungen sinnvoll gestalten?

Eine wichtige Aufgabe der Teamleitung ist die direkte Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Kita. Das geschieht oftmals in gemeinsamen Terminen: Sei es in Teambesprechungen oder Einzelgesprächen. Welches Gesprächsformat das Bessere ist, hängt immer von der Gesprächsabsicht und der Größe des Kindergartenteams ab.

In einem sehr großen Kollegium ist es teilweise schwierig, dass alle in einer Teamsitzung zu Wort kommen. Dennoch ist es wichtig, dass sich alle Teammitglieder in einem regelmäßigen Abstand – zum Beispiel alle 14 Tage – zusammensetzen, um die wichtigsten Aspekte der Zusammenarbeit und der Arbeit in der Kindertagesstätte zu besprechen:

Besteht nach einem solchen Gruppen-Jour-Fixe zwischen einzelnen Mitarbeitern noch Gesprächsbedarf, kann dies auch in einem kleinen Teammeeting oder einem Einzelgespräch besprochen werden.

Der Kindergartenleitung kommt bei den Team- oder Einzelgesprächen dabei eine elementare Aufgabe zu: Sie muss die Meetings vor- und nachbereiten und selbstverständlich auch leiten. Das bedeutet, dass sie den Sitzungsplan konzipiert und in dem Meeting darauf achtet, dass er auch eingehalten wird. Sonst passiert es schnell, dass eine Sitzung aus den Fugen gerät: Im Sinne einer zielführenden Gesprächsführung ist es wichtig, dass klare Grenzen gesetzt werden.

Außerdem muss es am Ende des Gesprächs ein Protokoll geben, dass die wichtigsten Entscheidungen des Meetings festhält und zusammenfasst. Eine kurze Wiedergabe des Inhalts übernimmt der Moderator – also meistens die Teamleitung – am Ende der Gruppenbesprechung. Dann haben alle Teammitglieder eine Übersicht über das weitere Vorgehen oder zukünftige Termine. Im Sinne des Delegierens ist es sinnvoll, einen Kollegen oder eine Kollegin mit der Aufgabe des Protokollierens zu betrauen.

Redaktion Prokita-Portal


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