So gelingt Ihr Elternabend zum Thema Schulvorbereitung

Ihre Einrichtung ist ein wichtiger Bildungsort für die Kinder. Vom 1. Lebenstag an lernen, entdecken und erforschen sie ihre Welt und entwickeln sich auf Grund unzähliger Erfahrungen zu eigenständigen Persönlichkeiten.

Vor allem im letzten Jahr vor der Schule steht Ihre Bildungsarbeit für die Eltern besonders im Vordergrund. Sie haben viele Fragen: "Soll ich mit meiner Tochter schon etwas rechnen und schreiben üben?", "Lernen die Kinder bei Ihnen oder spielen sie mehr?", "Unser Maxi malt nicht gerne - ist das ein Problem?" Gestalten Sie deshalb einen Elternabend, der hilft, diese Fragen zu beantworten, und der den Eltern einen genauen Einblick in Ihre Bildungsarbeit und Schulvorbereitung gibt. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt Ihnen ein abwechslungsreicher und informativer Elternabend, der den Status Ihrer Einrichtung als Bildungsort unterstreicht!

1. Schritt: Sammeln Sie Meinungen zur Schulfähigkeit

Gleich nach der Begrüßung laden Sie die Eltern ein, selbst aktiv zu werden. Sammeln Sie mit ihnen unter folgender Fragestellung die Meinungen und Vorstellungen zur Schulfähigkeit: "Was, meinen Sie, sollten Ihre Kinder wissen und können, wenn sie in die Schule kommen?" Sprechen Sie in der Planung ab, wer aus Ihrem Team die Moderation übernimmt und wer die Aussagen der Eltern stichpunktartig aufschreibt, z. B. auf Moderationskarten oder DINA5- Blättern.
Praxistipp: Falls die Eltern kaum Vorschläge machen, sollten Sie bereits einige Aussagen vorbereitet haben. Stellen Sie diese den Eltern vor und ordnen Sie sie mit den Eltern nach der Wichtigkeit.

2. Schritt: Erläutern Sie Ihr Bildungskonzept

An dieses Meinungsbild der Eltern schließen Sie einen Kurzvortrag von etwa 15 Minuten an, der das Konzept Ihrer Einrichtung zur Schulvorbereitung erläutert und der auf folgende Bildungsbereiche eingeht:

  • sprachliche Entwicklung
  • motorische Entwicklung
  • kognitive Entwicklung
  • soziale Entwicklung
  • musisch-kreative Entwicklung

Gestalten Sie den Vortrag möglichst bildhaft, damit er für die Eltern gut verständlich ist. Besonders geeignet ist dafür das Bild eines Baumes, das Sie entweder bereits auf die Rückseite einer Metaplanwand geheftet oder auf einer Rolle Packpapier an der Wand befestigt haben. In die Wurzeln des Baumes schreiben Sie "Eltern" und "Kindergarten", um die gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung des Kindes zu verdeutlichen. Auf dem Stamm des Baumes steht "Kind" und die 5 Entwicklungsbereiche sind die Hauptäste. So weit ist der Baum bereits vorbereitet.

Ebenfalls fertig sind verschiedene kleinere Äste, auf denen die Entwicklungsbereiche jeweils konkret erläutet werden, z. B. Sprache: Vorlesen, Spiel mit Buchstaben, Tischgespräche, Konfliktlösungen, usw. Wichtig ist, dass Sie konkrete Punkte aus Ihrer Arbeit zur Veranschaulichung nennen und auf Verbindungen zu anderen Entwicklungsbereichen hinweisen, z. B. beim Lösungsversuch eines Streits sind neben den sprachlichen auch soziale Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen wichtig. Nennen Sie pro Ast nicht mehr als 5 Punkte, sonst wird das Schaubild zu unübersichtlich.

3. Schritt: Setzen Sie Ihre Bildungsarbeit praktisch um

Nachdem die Eltern zugehört haben, können sie selbst aktiv werden, indem sie die Bildungsbereiche selbst ausprobieren. Dazu haben Sie für jeden der 5 Bereiche einen Stand vorbereitet, der von einer Ihrer Kolleginnen betreut wird. Jeder Stand sollte ausgestattet sein mit

  • Fotos von Aktivitäten zum jeweiligen Thema,
  • einer Zusammenstellung von durchgeführten und noch geplanten Angeboten,
  • Ideen zum Umsetzen für zu Hause, die die Eltern auf einem Blatt mitnehmen können,
  • passendem Spielmaterial Ihrer Einrichtung zum jeweiligen Bildungsbereich.

Nach 30 bis 45 Minuten bitten Sie die Eltern wieder ins Plenum.

4. Schritt: Planen Sie mit den Eltern

Nun sammeln Sie am Ende des Elternabends mit den Eltern ihre konkreten Wünsche, Ideen, Anregungen und Vorstellungen für das kommende Kindergartenjahr. Wichtig ist dabei, offen anzusprechen, dass nicht jeder Vorschlag umsetzbar sein wird. Spannen Sie dabei immer wieder den Bogen zur Förderung in der Familie.

So wird deutlich, dass Ihre Einrichtung und die Familie zusammenarbeiten müssen, um eine optimale Förderung zu erzielen, z. B.: "Ich wünsche mir, dass mein Kind in Ihrer Einrichtung täglich vorgelesen bekommt." "Auch wir finden das für die sprachliche Entwicklung wichtig und haben deshalb im Morgenkreis ein tägliches Vorleseritual eingeführt. Welches Ritual können Sie sich in Ihrer Familie vorstellen, um täglich vorzulesen?"

Nehmen Sie alle Anregungen und Wünsche der Eltern im Sinne der  Erziehungspartnerschaft ernst. Nehmen Sie die Eltern aber auch mit in die Pflicht, beispielsweise indem Eltern einen vorgeschlagenen Ausflug zur Feuerwehr organisieren.

Mit diesem Elternabend zum Thema Schulvorbereitung unterstreichen Sie Ihre Kompetenz und den Anspruch Ihrer Einrichtung als frühkindliche Bildungsstätte. So können die Eltern der Einschulung mit Ihnen gemeinsam gelassen entgegensehen!