Umgang mit Müll: Kinder spielerisch für Recycling begeistern

Allein die Deutschen produzierten im Jahr 2017 359 Millionen Tonnen Abfall. Davon fanden nur 37 Prozent ihren Weg zum Recycling. Um die Umwelt zu schützen, ist es wichtig, schon die Kleinsten für den richtigen Umgang mit Müll zu sensibilisieren. Eine sorgsame Mülltrennung ist dabei ebenso wichtig wie eine Umwelterziehung, bei der auch Lebensmittelverschwendung thematisiert wird. Im Kindergarten eignet sich für diesen Zweck vor allem eine spielerische Herangehensweise. So begeistern sich die Kinder von Anfang an für die Thematik – was Ihnen als Erzieherinnen und Erzieher den Einstieg in ein recht komplexes Themengebiet erleichtert.

Unsere Mülltonnen: Mülltrennung mithilfe von Farben verstehen

Damit die Kindergartenkinder ein erstes Gefühl für die Mülltrennung entwickeln, ist es sinnvoll, über die verschiedenfarbigen Mülltonnen zu sprechen. Diese kennen die Kinder meistens schon von zu Hause. Welches Produkt jedoch in welchen Mülleimer gehört, ist in dem jungen Alter oft noch nicht klar.

Bei den Sammelsystemen für den Abfall gibt es regionale Unterschiede. Vor allem die Farben der jeweiligen Tonnen unterscheiden sich in den Gemeinden hin und wieder. Beziehen Sie im Gespräch mit Ihren Schützlingen die heimischen Farben ein. Das verwirrt die Kinder nicht.

Verpackungsmüll: Die gelbe Tonne

Plastik, Verpackungen, Metall und beschichtete Pappe sind Wertstoffe. Sie landen im Müll für Verpackungen. Neben Joghurtbechern gehören auch Plastiktüten und Getränkekartons in diesen Mülleimer. Erklären Sie den Kindern, dass die Mülltrennung vor allem deshalb wichtig ist, weil die weggeschmissenen Materialien recycelbar sind. Nach dem Abtransport stellt der Entsorgungsbetrieb die einzelnen Stoffbestandteile wieder her.

Das klingt bereits für Erwachsene komplex, lässt sich für die Kinder aber wunderbar aufbereiten:

Mit verschiedenen Materialien das Plastik wunderschön recyclen. Eule aus Plastikflasche
Kinder können mit verschiedene Materialien das Plastik wunderschön recyclen © saltodemata - Shutterstock

Überraschen Sie die Kinder zum Beispiel damit, dass Sie Produkte aus recyceltem Plastik mitbringen. Erzieher können die Gruppe nun raten lassen, welche Alltagsdinge wohl in dem recycelten Produkt stecken. Im selben Zug hat man außerdem die Möglichkeit zu erklären, dass sich Plastik im Gegensatz zu Naturprodukten nicht von selbst zersetzt und daher schädlich für die Umwelt ist. Vor allem dann, wenn es nicht im Mülleimer landet.

Abfallwirtschaft: Altpapier in die blaue Tonne

Papier, Kartonagen und Verpackungen aus Pappe oder Karton landen in den meisten Gemeinden in der blauen (oder mancherorts auch grünen) Mülltonne. Erzieherinnen und Erzieher sollten der Gruppe verraten, dass aus dem Altpapier wieder neues Papier entstehen kann. Dieses ist dann zwar nicht so weiß wie das Originalpapier, hilft aber dabei, die Umwelt zu schonen. Als Anschauungsmaterial können Sie hier braunes und weißes Papier verwenden und zeigen, dass sich beide Sorten zum Malen oder Falten eignen.

Erklären Sie den Kindern, dass für die Herstellung neuen Papiers Holz als Rohstoff benötigt wird. Für ein Kilogramm Papier benötigt man ungefähr 2,2 kg Holz. Wie viel das ist, können Sie den Kindern ganz einfach anhand mitgebrachter Brennholzstücke und einem Packen Papier zeigen. Die Kids werden staunen – einerseits, dass sich das Holz in Papier verwandeln kann. Und andererseits, wie viel Holz für hauchdünnes Papier notwendig ist.

Die Kinder werden verstehen: Um den Wald zu erhalten, ist es wichtig, Altpapier in der entsprechenden Mülltonne zu entsorgen. Führen Sie mit den Kindern zu diesem Thema ein kleines Projekt in Sachen Abfallpädagogik durch. Die Jungen und Mädchen sollen sich im Elternhaus nach nicht mehr benötigtem Papier umschauen, welches sie am Projekttag mit in die Kita bringen. Neben Zeitungen und alten Ausdrucken eignen sich auch Kartons für das Projekt. Ein Besuch beim nahegelegenen Wertstoffhof bleibt den Kindergartenkindern mit Sicherheit in Erinnerung!

Bioabfall: Die braune Tonne

Vielerorts kommt Biomüll in die braune Tonne. Alle kompostierbaren Abfälle aus Haus und Garten dürfen in diesem Mülleimer landen. Haushaltsabfälle sind zum Beispiel Obstschalen, Speisereste und Unkraut. Aus diesen Ressourcen entsteht im Zuge der Verwertung umweltfreundliche Energie und nährstoffreicher Kompost.

Kinder sollten so früh wie möglich mit der Mülltrennung in Berührung kommen
Kinder sollten schon rechtzeitig an eine richtige Mülltrennung gewöhnt werden © Angelina Zinovieva - Shutterstock

Damit die Kinder ein Verständnis für die Zersetzung natürlicher Produkte erhalten, können Sie in der Kindertagesstätte einen eigenen Komposthaufen anlegen. So sehen die Jungen und Mädchen, wie sich Bioabfall zersetzt und schlussendlich wieder zu Erde wird. Ein spannender Prozess, der sich über ein ganzes Jahr erstrecken kann!

Restmüll: Die schwarze Tonne

In der schwarzen Mülltonne landet alles, was in Bio- und gelber Tonne keinen Platz findet. Einzig Sonder- und Sperrmüll sind hier fehl am Platz. Nach dem Abtransport wird Restmüll meistens verbrannt. Sie sind für die Wiederverwertung also nicht relevant.

Sensibilisieren Sie die Kinder daher für die unterschiedlichen Müllsorten und die Relevanz der Wiederverwertung.

In einem Quiz oder einem Ratespiel lässt sich Umwelterziehung hervorragend praktisch anwenden. Gestalten Sie die Mülltrennung als Rätsel:

  • Wohin gehört eine leere Bananenschale?
  • Was tun mit der ausgelesenen Zeitung?
  • Wo kann man die Milchpackung entsorgen?

Die Kinder können entweder in Teams rätseln oder einzeln raten. Das erhöht den Spaßfaktor und lehrt schon die Kleinsten, verantwortungsvoll mit Müll umzugehen.

Glasmüll: Ein Spaziergang zum Glascontainer

Abgesehen von den Mülltonnen, welche die Kinder von zu Hause kennen, gibt es noch weitere Möglichkeiten für die Mülltrennung. Zu den recycelbaren Ressourcen zählt zum Beispiel auch Glas. Daher gibt es für den Glasmüll in jeder Stadt öffentliche Sammelbehälter an der Straße.

Nutzen Sie doch den nächsten Spaziergang für einen Abstecher zum Glascontainer. Nehmen Sie dabei etwas Altglas mit, welches die Kinder anschließend in die verschiedenen Container einsortieren. Dabei lernen sie, dass es verschiedene Glasfarben gibt und dass sich sogar Flaschen recyceln lassen.

Mülltrennung im Kindergarten üben

Haben die Kinder ein erstes Verständnis für den Bildungsbereich und das Entwicklungsziel Mülltrennung entwickelt, gilt es, diese im Kindergarten durch Abfallpädagogik zu üben. Für den Einstieg eignet sich hierzu ein kleines Spiel. Erzieher bereiten verschiedenfarbige Eimer vor, welche die Mülltonnen symbolisieren. Drucken Sie anschließend verschiedene Bilder von Abfallprodukten aus, welche die Kinder einsortieren sollen. Lassen Sie die Gruppe raten, welche Wertstoffe in welche Tonne gehören – auf diese Art und Weise stärken die Kinder ganz nebenbei auch noch ihre sprachlichen Fähigkeiten.

Ist dieses Spiel gemeistert, gilt es, die Mülltrennung in den Alltag der Kita zu integrieren. Hierzu ist es sinnvoll, verschiedene Eimer zu gestalten, in welchen die Kinder ihren Müll werfen können. Damit das Entsorgen in der Praxis leichter fällt, sollten die Eimer dieselbe Farbe haben wie die großen Mülltonnen. Zusätzlich kann man mit den Kindern Bilder von Produkten bzw. Wertstoffen malen, die in die jeweilige Tonne gehören. Kleben Sie diese dann direkt auf die Mülleimer. So haben die Kinder bei jedem Gang zum Abfallbehälter eine kleine Gedächtnisstütze. Kommen die Vorschulkinder dann in die Grundschule, haben sie das Prinzip der Mülltrennung schon verinnerlicht. So einfach geht Umwelterziehung mit dem Schwerpunkt Abfallwirtschaft!

Müllabfuhr spielen: Kinder lernen Mülltrennung

Ein weiterer Weg, um die Mädchen und Jungen für die Relevanz der Mülltrennung zu sensibilisieren, ist es, ganz praktisch und spielerisch an das Thema heranzugehen. Im Rahmen des Projekts „Müllabfuhr spielen“ gibt es vielfältige Optionen, um die Gruppe zu begeistern.

Lassen Sie die Kinder von zu Hause Papiermüll, ausgewaschene Dosen und Gläser mitbringen. In der Kita fällt ebenfalls Müll an, den die Gruppe beim Müllabfuhr Spielen einsammeln kann. Notwendig sind dann noch Kostüme: Ein Müllmann oder eine Müllfrau ist in Signalfarbe gekleidet. Vielleicht bieten sich hier selbst gebastelte orangene Schärpen an? Im Anschluss darf die Gruppe einen Parcours aufbauen, in welchem die Kinder Müllabfuhr spielen und auf die richtige Mülltrennung und Entsorgung der Abfälle achtgeben.

Ein Highlight, das die Kinder sicherlich im Kopf behalten, ist ein Besuch von der Müllabfuhr. Hautnah können die Jungen und Mädchen so miterleben, wie die Tonnen mit Plastikmüll und Bioabfällen geleert werden. Eine Rundfahrt als Beifahrer garantiert Freude und Spaß bei der Umwelterziehung.

Die Abfallhierarchie: Alternativen zum Wegwerfen

Man kommt nicht umhin, Abfall zu entsorgen. Aber nicht immer ist wegwerfen die erste Wahl: Die sogenannte Abfallhierarchie beschreibt, welche alternativen Wege es für die Wiederverwertung nicht mehr benötigter Wertstoffe gibt. Das ist wertvolles Hintergrundwissen, das Sie aktiv in den Kita-Alltag einbinden können.

1.      Abfallvermeidung

Der beste Müll ist immer noch der, der gar nicht erst entsteht. Das können auch schon die Kinder verstehen! Besprechen Sie in der Kindergartengruppe, welche Möglichkeiten der Abfallvermeidung es gibt. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Rollenspiel, wo Sie einen Supermarktbesuch nachspielen. Bringen Sie verschiedene Requisiten mit. Neben Plastiktüten, in Plastikfolie verpacktem Gemüse und Süßigkeiten in einer Kunststoffverpackung sollten auch Stofftaschen, unverpacktes Gemüse und Gebäck vom Bäcker zur Auswahl stehen.

Kindern Alternativen beim Einkaufen aufzeigen - Konsum mit Verpackung - Konsum ohne Verpackung
Über alternativen beim Einkaufen sollte man mit Kindern besprechen und darauf aufmerksam machen © Haelen Haagen - Shutterstock

Lassen Sie die Kinder nun einen Besuch im Supermarkt nachspielen. Geben Sie die Anweisung, dass sie auf einen möglichst Müll-armen Einkauf achten sollen. Auf spielerische Art und Weise lernen die Jungen und Mädchen so, wo sich potenzieller Müll überall versteckt und auf welche Alternativen man für die Abfallvermeidung zurückgreifen kann. Gibt es in einer naheliegenden Stadt einen Unverpackt-Laden, können Sie diesem mit der Kindergartengruppe einen Besuch abstatten. Die Kinder werden begeistert sein, was es alles zu kaufen gibt!

2.      Wiederverwendung

Nicht alle Produkte sind ewig in Verwendung. Kinder wachsen schnell aus Kleidung heraus und auch das Interesse an dem einen oder anderen Spielzeug schwindet. Am Ende landen viele dieser aussortierten Güter auf dem Müll, obwohl sie noch in einem einwandfreien Zustand sind. Anstatt diese Dinge wegzuschmeißen, ist es sinnvoll, sie wiederzuverwenden. Um den aussortierten Sachen eine zweite Chance zu schenken, lässt sich ein Kindergarten-Tauschbasar organisieren. Hier ist es sinnvoll, die Eltern aktiv einzubeziehen und ihr Einverständnis einzuholen.

Motivieren Sie die Kinder im Anschluss, im Elternhaus nach unliebsamem Spielzeug zu suchen, welches sie bei der Tauschbörse eintauschen wollen. Auch Bücher dürfen bei solch einer Aktion mitgebracht werden. Die Eltern selbst können auf einem solchen Basar zum Beispiel Kinderkleidung austauschen. Im besten Fall findet ein Großteil der ausrangierten Dinge auf diese Weise ein neues Zuhause. Doch auch die übrig gebliebenen Sachen müssen noch lange nicht zur Entsorgung – sie können zum Beispiel an einen Second Hand Laden oder eine gemeinnützige Organisation gespendet werden.

3.      Recycling

Alle Produkte, die niemand mehr haben möchte, weil sie zum Beispiel beschädigt sind, sollten – wenn möglich – recycelt werden. Das bedeutet, dass die verwendeten Rohstoffe in den Wertschöpfungskreislauf zurückfinden. Die richtige Mülltrennung erleichtert das Recycling durch Wertstoffmärkte erheblich. Aus recycelten Plastikflaschen lässt sich zum Beispiel Kunststoff für die Kleidungsindustrie herstellen. Doch auch die Kinder können sich selbst in Wertstoffprofis verwandeln. Gemeinsam mit der Gruppe haben pädagogische Fachkräfte zum Beispiel die Möglichkeit, Papier selbst zu schöpfen und dabei Altpapier zu verwerten. Die Kinder werden so selbst zum Hersteller eines recycelten Produkts. Eine spannende Sache, an die sich die Kinder noch lange Zeit zurückerinnern werden!

Auch das Upcycling in der Kita, also das Aufwerten von vermeintlichem Müll, bietet ein großes Potenzial für Projekte im Kindergarten. Dabei geht es darum, dass die Kinder erkennen, was sich aus ausrangierten Materialien alles zaubern lässt. Plastikflaschen verwandeln sich zum Beispiel in eine Sanduhr und Eierkartons in bunte Tierchen. Durch das Basteln mit Abfallmaterialien schafft man bei den Jungen und Mädchen ein Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen. Das muss nicht nur im Kontext der Umwelterziehung geschehen. Allgemein ist es sinnvoll, bei allen Bastel-Aktivitäten auf ein Plus an Nachhaltigkeit zu achten.

4.      Energetische Verwertung

Viele Dinge, die nicht mehr recyceln lassen, haben trotzdem noch das Potenzial, nützlich zu sein. In einer Müllverbrennungsanlage kommt der Abfall zum Einsatz, um Energie zu generieren. Diese wird bei der Verbrennung in Form von Wärme und Strom freigesetzt. Damit die Kinder diesen Prozess verstehen, bietet sich zum Beispiel ein Wandertag zu einer Müllverbrennungsanlage an.

5.      Abfallbeseitigung

Alles, was am Ende noch übrig bleibt, landet auf Mülldeponien. Dieser Abfall erfüllt nun keinen Zweck mehr und ist deshalb für die Umwelt schädlich. Durch verschiedene Nachhaltigkeits-Projekte sollten die Kinder ein Verständnis dafür entwickeln, dass es sinnvoll ist, diesen nichtwiederverwertbaren Anteil des Mülls zu minimieren.

Wie sich das kindgerecht umsetzen lässt? Bei einem Solar-Projekt im Garten können Sie zeigen, dass einige Batterien durch Sonnenenergie aufgeladen werden können. Andere Batterien, die nicht für die mehrmalige Verwendung vorgesehen sind, muss man wegwerfen.

Projekte zum Umgang mit Müll im Kindergarten

In der Praxis gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, um bei den Kindern ein Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Müll zu wecken. Neben Bastelprojekten, Tauschbörsen und Ausflügen eignet sich auch das Durchführen bestimmter Projekttage.

Die Müll-Diät

Die Müll-Diät ist ein Wochenprojekt, das die Kinder dazu animiert, möglichst wenig Abfall zu produzieren. Das Bewusstsein für die Abfallvermeidung soll dabei nicht nur im Kindergarten, sondern auch im Elternhaus in die Realität umgesetzt werden. Besprechen Sie mit den Kindern vorab, wie sie im Alltag den Müll reduzieren können.

Dazu eignen sich folgende Anregungen:

  • Bevor ich ein Papier wegschmeiße, bemale ich es auf beiden Seiten. Außerdem überlege ich, ob es nicht noch für andere Bastelprojekte von Nutzen ist.
  • Wasser und Tee fülle ich in eine Trinkflasche, die sich mehrmals verwenden lässt.
  • Mein Essen bringe ich in einer Brotdose mit. Ich bitte meine Eltern, auf Plastiktüten oder Alufolie zu verzichten.
  • Beim Malen benutze ich anstelle von Filzstiften Buntstifte, da diese keine Plastikhülle haben.
  • Wenn ich etwas wegschmeiße, achte ich auf die Mülltrennung.

Je nach Altersgruppe lassen sich die Regeln für die Aktion individuell festlegen. In jedem Fall ist es sinnvoll, die Eltern miteinzubeziehen. Nur so können die Kinder auch im Elternhaus umsetzen, was sie im Kindergarten gelernt haben. Während der Woche sollten Erzieher öfter das Gespräch mit der Gruppe suchen. Fragen Sie, welche Produkte die Kinder an diesen Tag schon in den Abfall geworfen haben und welche Rohstoffe sie stattdessen weiterverwendet haben. Ziel solcher Projekte ist es, ein Bewusstsein für den Umgang mit Müll zu schaffen. Außerdem können am Ende der Woche viele kreative Ideen zusammenkommen, wie sich Abfallmaterial aufwerten lässt.

Das Müll-Kostüm

Diese Projekte eignen sich vor allem zur Faschings- oder Halloweenzeit. Gemeinsam mit den Erziehern basteln die Kinder ihre eigenen Kostüme – und das nur aus Abfall. Plastiktüten eignen sich hierzu ebenso wie Papierreste und Stoffe, die bei einer vorherigen Bastelaktion übriggeblieben sind. Hauptziel ist es, die Kindergartenkinder durch diese Aktion zu einem kreativen Umgang mit den Abfallmaterialien anzuregen. Bei einer anschließenden Feier in der Kita präsentieren alle Kinder ihre Kostüme.

Dinge nochmal benutzen - Kinder und Recyling
Kinder können lernen, dass man auch Dinge wiederverwerten kann © Rawpixel.com . Shutterstock

Das Lebensmittel-Projekt

Das Lebensmittel-Projekt weckt bei den Kindern ein Bewusstsein für die Herkunft der Nahrungsmittel. Gleichzeitig lernen die Kids im Projekt, woran man abgelaufene Lebensmittel erkennt. Um das erste Projektziel zu erreichen, eignet sich ein Besuch auf einem (Bio-)Bauernhof. Hier sehen die Kinder mit eigenen Augen, von welchem Tier welches Lebensmittel kommt und wo Obst und Gemüse wachsen. Ist ein solcher Ausflug nicht möglich, lassen sich Tomaten, Gurken und Co. auch im Garten der Kindertagesstätte anpflanzen. Dies hat zudem den Vorteil, dass die Jungen und Mädchen beobachten können, wie lange eine Pflanze zum Wachsen braucht.

Ist dieses erste Bewusstsein geschaffen, bietet sich ein Gespräch über Lebensmittelverschwendung an. Erklären Sie den Kindern, dass man im besten Fall nur so viel einkauft, wie man auch verwenden kann. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Kinder lernen, woran sie verdorbene Lebensmittel erkennen.

Geben Sie der Kindergartengruppe folgende Tipps:

  • Fragt eure Eltern nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dieses noch nicht erreicht, ist das Lebensmittel auf jeden Fall essbar. Aber selbst nach Ablauf der Zeit sind die Nahrungsmittel nicht plötzlich schlecht.
  • Benutzt eure Sinne: Riecht an dem Produkt, fasst es an und schaut es euch genau an. Stellt ihre keine Veränderung fest, könnt ihr einen Bissen wagen.
  • Verdorbene Lebensmittel schmecken meist nicht mehr. Sie sind zum Beispiel sauer oder schmecken anders als gewohnt. Stellt ihr so eine Veränderung fest, sagt es euren Eltern.
  • Achtet auf Schimmel: Wenn ein Lebensmittel schimmelt, ist es nicht mehr genießbar.
  • Bei tierischen Produkten wie Fisch und Eier müsst ihr vorsichtiger sein als bei trockenen Produkten wie Nudeln und Reis.

Diese einfachen Faustregeln helfen Kindern, ein Bewusstsein für den Umgang mit abgelaufenen Lebensmitteln zu entwickeln. Die frühe Sensibilisierung für die Thematik erleichtert ihnen auch das umweltbewusste Handeln in späteren Jahren. In der Schule verfügen die Kinder dann schon über ein solides Wissen über die Umwelt – die beste Grundlage für eine vertiefende Umwelterziehung.

Die Wertstoffprofis

Auch ein Bildungsprojekt der REMONDIS-Gruppe eignet sich für den Einsatz in der Kita. Die Wertstoffprofis stellen eine Sammlung an Lernmaterialien zur Verfügung, welche den Kindern die Mülltrennung näherbringen. Auch das interaktive Lerntheater der Wertstoffprofis begeistert die Kinder für die Thematik der richtigen Entsorgung. Ressourcenschonung und Recycling werden im Rahmen der Aktion spielerisch erklärt. Diese Projekte eignen sich vor allem für den Einstieg in die Thematik.

Redaktion Prokita-Portal


© Rawpixel.com - Shutterstock