Wahrnehmungsspiele im Kindergarten: Sehend, riechend und schmeckend die Welt entdecken

Kinder sind neugierig. Sie stellen Fragen und beobachten, was um sie herum passiert. Dabei nehmen sie ihr Umfeld nicht nur mit den Augen wahr: Den Kindern fallen auch Gerüche und Geräusche auf. Sie wissen oft genau, was ihnen schmeckt und was nicht. Sie spüren den Wind und die warme Sonne auf der Haut genauso wie die Erwachsenen. Kinder nutzen alle ihre Sinne, um die Welt kennenzulernen. Deshalb sollte man die Sinne anregen und aktivieren. So lernen sie jeden Tag Neues und entwickeln ein Bewusstsein für sich selbst und für ihre Umgebung. Aus diesem Grund ist die Förderung ihrer Sinneswahrnehmung ein wichtiger Bildungsbereich und ein Entwicklungsziel, welche im Kindergarten beispielsweise durch Wahrnehmungsspiele verwirklicht werden können.

Wahrnehmungsspiele: Die Sinne der Kinder schärfen

Kinder erkunden ihre Umwelt auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Neben vielen Fragen, die sie ihren Eltern und Erziehern stellen, sehen sie sich vor allem ganz genau um: Farben, Stimmen und Gerüche füllen ihre Umgebung und wollen von ihnen entdeckt werden. Häufig fallen den Kindern mehr Details auf als Erwachsenen. Das ist auch gut so: Kinder benötigen die hohe Aufmerksamkeit und Auffassung, um die Welt verstehen zu lernen.

Kinder entdecken die Umwelt durch gut geschulte Sinne
Kinder entdecken ihre Umgebung auf ihre eigene Art und Weise © Elena Sherengovskaya - Shutterstock

Pädagogische Fachkräfte und Erzieher unterstützen sie dabei. Es ist wichtig, dass sich die Sinne der Kinder frei entfalten und entwickeln können. Die Wahrnehmung mit allen Sinnen ist auch eine Frage der Übung. Werden dem Kind im Alltag lediglich einseitige Informationen präsentiert, bleibt eine Entwicklung der anderen Sinne aus. Starrt das Kind beispielsweise nur auf einen Bildschirm, werden nur seine Augen gefordert. Jegliche andere Wahrnehmung der Sinne wird dementsprechend vernachlässigt.

Im Kindergarten sollte deshalb Wert auf eine Wahrnehmungsvielfalt gelegt werden. Um zu verhindern, dass sich eine Wahrnehmungsstörung bei den Kindern entwickelt, sollten sich Erzieher verschiedene Übungen einfallen lassen. In den meisten Fällen haben Kinder großen Spaß an den Spielen und merken nicht, dass sich hinter den Aufgaben auch förderliches Training versteckt.

Wahrnehmungsspiele: Alle Sinne ansprechen

Um die Wahrnehmung der Sinne und Konzentration der Kinder zu erhöhen und zu trainieren und sie fit für die Schule zu machen, können Erzieherinnen und Erzieher verschiedene Spiele mit den Kindern spielen. Die Anzahl der Möglichkeiten ist groß. Es ist sinnvoll, Aufgaben auszuwählen, die besonders auf das Training eines Sinnes ausgelegt sind. Mit älteren Kindern können auch Übungen durchgeführt werden, die mehrere Sinne gleichzeitig anregen und aktivieren. Die Kombination verschiedener Reize erfordert eine höhere Konzentrationsfähigkeit.

Je nach Zusammensetzung der Gruppe und individuellen Bedürfnissen sollten pädagogische Fachkräfte die Übungen anpassen. Jedes Kind hat andere Stärken und Schwächen. Insgesamt sollten die Aufgaben jedoch allen Kindern helfen und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Versuchen Sie daher, vorab sorgfältig einzuschätzen, welche Übungen sich für die Kinder bzw. die Mitspieler und die Gruppendynamik besonders gut eignen.

Sehen: Wahrnehmung mit den Augen

Die Augen der Kinder werden im Alltag dauerhaft gefordert. Um den Kindern zu vermitteln, wie wichtig das Sehvermögen ist, können Sie es ihnen für ein Spiel „wegnehmen“. Ein Spiel, für das den Kindern die Augen verbunden wird, zeigt den Kindern, wie sehr Menschen auf ihr Sehvermögen angewiesen sind. Bevor sie jedoch anfangen, allen Mitspielern die Augen zu verbinden, sollten sie verdeutlichen, dass die Kinder aufeinander achtgeben müssen.

Blindspiele, Hell-Dunkel-Kontrast und Farbveränderungen

Gegebenenfalls ist es ratsam, Blindspiele nur mit älteren Kindern durchzuführen. Obwohl die Spiele den Kindern meist viel Freude bereiten, sollte die Teilnahme freiwillig sein. Häufig gibt es Kinder, die Angst im Dunkeln haben. Ihnen hilft es unter Umständen, zunächst nur zuzuschauen. Nach gewisser Zeit trauen sie sich dann womöglich auch, mitzumachen. Lassen Sie den Kindern anfangs Zeit.

Im Zuge von Blindspielen können Sie die Kinder auch für den Hell-Dunkel-Kontrast sensibilisieren. Was verändert sich, wenn ich die Augenbinde abnehme? Wieso erscheint nun alles grell? Die Kinder werden von dem Vorher-Nachher-Effekt begeistert sein.

Fühlen sich alle wohl, können Sie den Hell-Dunkel-Kontrast auch mit der gesamten Gruppe erfahren. Schalten Sie das Licht im Gruppenraum aus und verdunkeln Sie die Fenster. Wie verändern sich nun die Farben? Und was passiert, wenn das Zimmer plötzlich wieder mit Licht erfüllt wird? Diese und viele weitere Fragen werden die Jungen und Mädchen mit Vergnügen beantworten.

Scharfsichtig spielen: Den Sehsinn spielerisch fördern

Sie können insgesamt aus einer Vielzahl von Spielen wählen, die den Sehsinn fordern und fördern:

  • Suchspiele auf Bildkarten
  • Symbole erkennen
  • Malaufgaben mit Verwendung verschiedener Farben

Sie können insgesamt aus einer Vielzahl von Spielen wählen, die den Sehsinn fordern und fördern:

  • Suchspiele auf Bildkarten
  • Symbole erkennen
  • Malaufgaben mit Verwendung verschiedener Farben
  • Suchspiele auf Bildkarten
  • Symbole erkennen
  • Malaufgaben mit Verwendung verschiedener Farben
Blindspiele sind gut für Wahrnehmung
Blindspiele bereiten Kindern viel Freude, jedoch sollte die Teilnahme freiwillig sein © Annashou - Shutterstock

Die gemeinsame Bildbetrachtung in Kinderbüchern oder Plakaten fördert nicht nur den Sehsinn, sondern auch die Aufmerksamkeit der Kinder. Bei Suchspielen entwickelt sich häufig ein kleiner Wettbewerb: Wer findet den gesuchten Gegenstand zuerst? Die Kinder sind hochmotiviert, das Foto oder das Bild möglichst genau zu analysieren, und schärfen so ihren Sehsinn.

Riechen: Die Nase arbeiten lassen

Manche Gerüche bleiben Menschen lange in Erinnerung. Meist verbindet man schöne Ereignisse mit einem besonderen Duft. Riecht man ihn, leben die vergangenen Momente noch einmal auf. Auch Kinder haben ihre Nase gerne überall. Dass beispielsweise Blumen duften oder ein Misthaufen stinkt, wissen die Kinder sehr schnell. Was ist aber mit feineren Duftnuancen?

Durch einige Spiele lässt sich der Geruchssinn der Kinder schulen. Die Teilnehmer lernen, verschiedene Düfte zu unterscheiden und zuzuordnen. An dieser Stelle können auch Blindspiele gut eingesetzt werden: Mit verbundenen Augen werden Gerüche noch intensiver wahrgenommen. Generell werden Kinder gefordert, wenn sie Gerüche erkennen sollen, ohne gleichzeitig den zugehörigen Gegenstand zu sehen.

Ein Beispiel für ein Spiel zur Förderung des Geruchssinns ist das Duft-Memory:

  • Kleine Filmdosen oder Joghurtbecher leeren und mit verschiedenen Materialien füllen
  • Jeweils zwei Dosen oder Becher mit dem gleichen Material füllen
  • Den Boden der Dose nummerieren (für die spätere Zuordnung)
  • Die Behälter gut durchmischen
  • Die Kinder die passenden Paare suchen lassen

Durch das Wahrnehmungsspiel lernen die Kinder, Gerüche konzentriert aufzunehmen. Am Ende kann in der Gruppe gemeinsam überlegt werden, wonach die verschiedenen Geruchspaare riechen. Was steckt in den Dosen? Für die Kinder ist das Spiel nicht nur mit Spaß verbunden. Herauszufinden, welche Düfte ihnen in die Nase steigen, ist für alle Mitspieler eine spannende Aufgabe.

Das Training des Geruchssinns kann man problemlos in den Kita-Alltag integrieren. Lassen Sie die Kinder zum Beispiel vor dem Mittagessen raten, was ihnen gleich serviert wird. Der Geruch dringt meist schon aus der Küche in die Gruppe und macht Lust auf das gemeinsame Essen. Auch bei einem Ausflug, zum Beispiel in den Wald, können Sie die Kinder bitten, Ihnen zu berichten, was sie riechen.

Vielfalt schmecken: Kinder kommen auf den Geschmack

Nachdem die Kinder geraten haben, was es zu Mittagessen geben wird, können sie es anschließend auch schmecken. Nicht nur mittags, sondern auch beim Frühstück oder während einer Zwischenmahlzeit können Sie die Kinder auf den Geschmack bringen. Fragen Sie die Kinder, was genau sie gerade schmecken, während sie in ihr Brot beißen. Die Kinder lernen so, darauf zu achten, was sie essen und was ihnen besonders gut schmeckt.

In der Weihnachtszeit findet in einigen Kindergärten ein gemeinsames Plätzchenbacken statt. Häufig gibt es auch ein gemeinsames Frühstück oder eine Weihnachtsfeier. Besondere Anlässe liefern eine gute Gelegenheit, den Geschmackssinn der Kinder zu trainieren. Handelt es sich bei den weißen Plätzchen um Kokosmakronen oder eine Ummantelung mit weißer Schokolade? Lassen Sie es die Kinder erraten!

Um den Kindern die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen näherzubringen, können Sie ihnen Geschmacksbeispiele liefern. Sauer, bitter, süß und salzig sind Geschmacksfacetten, die den Kindern immer wieder begegnen. Sie können die Kinder zum Beispiel an einer Zitronenscheibe lecken lassen oder ihnen Salzstangen servieren. Den Kindern macht es Spaß, die Beispiele zuzuordnen und zu benennen.

Auf der Haut fühlen und die Umwelt ertasten

Wenn sich eine Gänsehaut bildet, zeigt sich ein Gefühl auf der Haut sichtbar. Eigentlich können Gefühle jedoch nur gespürt und nicht gesehen werden. Die Wahrnehmung auf der Haut ist bei jedem Menschen anders. Oft ist es schon interessant zu erfahren, wie andere Menschen beispielsweise Wärme und Kälte auf eine andere Art und Weise wahrnehmen. Der Tastsinn und das Gefühl auf der Haut lassen sich gut für Wahrnehmungsspiele nutzen.

Wahrnehmungsspiele und Tastspiele

Genauso wie bei der Förderung des Geruchssinns können die Übungen zum Beispiel mit verbundenen Augen durchgeführt werden. Sie können die Kinder Gegenstände und Formen ertasten lassen. Die Kinder sollen dann zum Beispiel beschreiben, was sie fühlen und wie die Dinge für sie spürbar werden. Weich? Hart? Kratzig? Anschließend können sie einen Tipp abgeben, um welchen Gegenstand es sich handelt.

Folgende Dinge aus der Natur können für das Tastspiel zum Beispiel verwendet werden:

  • Steine
  • Baumrinde
  • Schneckenhaus
  • Blätter
  • Moos
Tastsinn durch verbundene Augen mehr fordern
Mit verbundenen Augen sollen Kinder versuchen gewisse Dinge zu ertasten © Kolpakova Daria - Shutterstock

Der Fühlpfad: Nicht nur mit den Händen fühlen

Die Haut ist das größte Sinnesorgan des Menschen. Die Wahrnehmung über die Haut erhält deshalb eine große Bedeutung. Lassen Sie die Kinder herausfinden, dass sie nicht nur mit ihren Fingern fühlen können. Sie können den Kindern zum Beispiel einen Ball oder eine Feder geben, mit der sie über ihren Körper fahren können. So lernen die Kinder, wo sie überall etwas spüren können. Außerdem merken sie auch, dass es Unterschiede im Druck, der Härte und der Oberfläche gibt, die auch auf der Haut spürbar werden.

Ein Fühlpfad – häufig auch Barfußpfad genannt – birgt die Möglichkeit, die Wahrnehmungsspiele nach draußen zu verlagern. Gerade bei wärmeren Temperaturen können die Mädchen und Jungen entdecken, was sie alles mit nackten Füßen spüren können. Ob Sie den Fühlpfad fest in den Garten Ihrer Einrichtung integrieren oder für Abwechslung sorgen und immer wieder unterschiedlichen Materialien an anderen Stellen im Außenbereich anordnen: Begeisterung und Entdeckerfreude sind Ihnen sicher.

Diese Materialien bieten sich für einen Fühlpfad besonders an:

  • Sand
  • Runde Kiesel
  • Rindenmulch
  • Stroh und Heu

Generell eignen sich für einen Barfußpfad alle Naturmaterialien, die nicht zu harsche Kanten haben. Wie bei allen Lernaktivitäten im Kindergarten steht auch beim Fühlpfad die Sicherheit der Kinder an erster Stelle.

Der Barfußpark lässt sich in den Alltag der Jungen und Mädchen unterschiedlich integrieren. Im Freispiel kann die Gruppe den Fühlpfad nach Belieben selbst ausprobieren. Zur Einführung neuer Materialien bietet es sich an, ein Spiel mit der ganzen Gruppe zu veranstalten: Gerade die Vorschulkinder können schon etwas mehr Verantwortung übernehmen und eine Partneraufgabe ausführen.

Bilden Sie Zweierteams, einer bekommt verbundene Augen. Das sehende führt das Kind mit den verbundenen Augen über den Fühlpfad. Jetzt wird geraten: Worüber laufen wir gerade? Achten Sie aus Sicherheitsgründen darauf, dass die die Zweierteams nur unter Aufsicht über den Barfußpfad laufen.

Wahrnehmungsspiele: Den Tastsinn erforschen

Verschiedene Spiele helfen dabei, den Tastsinn der Kinder zu trainieren beziehungsweise ihre Wahrnehmung zu schärfen. Je nachdem, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung steht, sollten Sie passende Übungen auswählen. Das Sinnesspiel sollte für die Kinder eine Anregung liefern, sich mit ihrer Wahrnehmung auseinanderzusetzen.

  • Schwungtuch: Tücher sind beliebte Mittel für verschiedene Wahrnehmungsspiele. Lassen Sie zum Beispiel mehrere Kinder unter einem großen Tuch Platz nehmen oder sich hinlegen. Anschließend erzeugen die Mitspieler, die das Tuch halten, einen Luftzug, indem sie das Schwungtuch auf und ab bewegen. Die Kinder unter dem Tuch können auf ihrer Haut eine Brise spüren und den anderen dieses Gefühl beschreiben.
  • Mit den Füßen fühlen: Im Sommer laufen die Kinder draußen am liebsten barfuß herum. Auf Barfußpfaden können sie verschiedene Untergrundarten erfühlen. Es lassen sich beispielsweise mehrere Kisten mit unterschiedlichen Materialien füllen. Die Kinder können dann von Kiste zu Kiste laufen und den Untergrund mit ihren Füßen ertasten. Mit geschlossenen Augen ergibt die Übung ein spannendes Ratespiel.
  • Auf den Rücken malen: Lassen sie die Kinder einen Stuhlkreis bilden. Im Kreis sollten sich die Teilnehmer nicht anschauen, sondern ihren Stuhl so drehen, dass sie auf den Rücken der Person neben sich schauen. Auf diese Weise ergibt sich eine Kette. Der erste Teilnehmer malt dem Nächsten zum Beispiel mit der Hand einen Buchstaben auf den Rücken. Dieser gibt die Botschaft weiter. Ähnlich wie bei einem Flüsterpost-Spiel, wird die Nachricht am Ende überprüft.

Gerade der Tastsinn und das Gefühl auf der Haut lassen sich durch verschiedene Aufgaben trainieren und verfeinern. Für einige Übungen ist es ratsam, Material anzuschaffen, für andere werden keine weiteren Gegenstände benötigt. Oft ist alles Nötige bereits vorhanden oder kann aus dem Bestand im Kindergarten zusammengesucht werden. Wenn die Ausführung einer Übung viel Raum einnimmt, ist es unter Umständen sinnvoll, nach draußen zu gehen.

Den Hörsinn kennenlernen: Was hört ihr da?

Zuletzt sollte auch der Hörsinn erforscht und von den Kindern genauer entdeckt werden. Auch hier macht es den Kindern oft Spaß, in die Natur zu gehen. Draußen warten viele neue Eindrücke und die Möglichkeit, völlig neue Reize wahrzunehmen. Die auditive Wahrnehmung scheint in vielerlei Hinsicht besonders essenziell: Die Sprachentwicklung hängt stark von der Aufnahme akustischer Reize ab. Nur durch das Hören einer Sprache erlernen die Kinder die selbstständige Lautbildung und Sprachmelodie.

Um den Hörsinn zu fördern, ist es demnach zunächst wichtig, mit den Kindern zu sprechen. Lassen sie die Kinder von ihren Erlebnissen am Wochenende berichten oder von ihren Plänen für den Nachmittag. Reden bedeutet in diesem Fall üben. Auch Sie können von sich erzählen. Ebenso wie das Vorlesen von Geschichten oder das gemeinsame Singen von Liedern ermöglichen Erzählungen einen Lernfortschritt. Die auditive Wahrnehmung wird durch das Zuhören trainiert.

Beispielhaft können auch diese Sinnesspiele zur Förderung durchgeführt werden:

  • Wo bin ich? Die Kinder sollen sich in einem abgedunkelten Raum durch Zurufe finden. Jedes Kind kann beispielsweise sein persönliches Geräusch bestimmen und so auf sich aufmerksam machen.
  • Gegenstände erkennen: Die Kinder müssen zuhören, während Sie hinter einer Abdeckung mit einem bestimmten Gegenstand ein Geräusch erzeugen. Anschließend müssen die Kinder bestimmen, um welches Material es sich handelt.
  • Waldspaziergang: Die Kinder verteilen sich beispielsweise auf einer Wiese im Wald und versuchen sich alle Geräusche zu merken, die sie wahrnehmen. In der Gruppe können sich die Mitspieler dann darüber austauschen, was sie genau gehört haben. Auf einem großen Plakat können die Kinder dann alles aufmalen, was im Wald zu hören ist.
Waldspaziergang Kindergarten Wahrnehmungsspiele
Bei einem Waldspaziergang haben Kinder die Möglichkeit alle ihre vorhandenen Sinne einzusetzen © pp1 - Shuttersotck

Neben Sinnesspielen können Sie auch kleine Experimente durchführen. Was passiert, wenn man einen Luftballon oder eine Papiertüte platzen lässt? Auch Musikinstrumente bieten Potenzial: Wie klingen sie und warum klingen sie so? Die auditive Wahrnehmung lässt sich auf vielfältige Art und Weise schulen.

Der Zauberkoffer: Die Wahrnehmung spielerisch schärfen

Eine spielerische Möglichkeit, um die Wahrnehmung als Ganzes zu schärfen, ist die Arbeit mit dem Zauberkoffer. Bevor die kleinen Magier mit zahlreichen Zauberutensilien die Bühne – zum Beispiel beim Sommerfest – betreten dürfen, müssen die Zaubertricks zunächst einstudiert werden. Dies erfordert maximale Konzentration und schärft wie ganz nebenbei die Wahrnehmung der Jungen und Mädchen.

Ein Zauberkoffer hält vielfältige Optionen bereit: Ob Kartentrick auf der Zaubermatte, Seile, die sich teilen lassen oder Hütchenspiele. Beim Erlernen der Zaubertricks können die Kinder einerseits den eigenen Neigungen folgen. Andererseits erfordert die Lernarbeit mit dem Zauberkoffer genaues Vorgehen, gesteigerte Konzentration und nicht zuletzt auch das Überwinden der eigenen Schüchternheit. So lassen sich verschiedenste Lern- und Förderbereiche auf spielerische Weise abdecken.

Wahrnehmungsstörungen verhindern

Die Wahrnehmung der Umwelt erfolgt in mehreren Schritten und ist abhängig von verschiedenen Sinnesorganen und Steuerungsmechanismen im Gehirn. Funktionieren die Sinnessysteme nicht so wie sie sollen, können Wahrnehmungsstörungen auftreten. Die Störungen betreffen in den meisten Fällen die Verarbeitung der Reize aus der Umwelt. Für die Praxis bedeutet dieser Zusammenhang, dass es durchaus sinnvoll ist, die Wahrnehmung der Sinne der Kinder spielerisch zu trainieren.

Durch Wahrnehmungsspiele im Kindergarten erlernen und verbessern die Teilnehmer das Verarbeiten von Sinnesreizen. Erzieher sollten daher versuchen, alle Mitspieler in die Übungen miteinzubeziehen. Lassen Sie die Kinder Wahrnehmungen beschreiben, Formen oder Töne erraten. Dieses Entdecken der Reizvielfalt beugt Wahrnehmungsstörungen vor.

Die Störungen der Verarbeitung von Sinnesreizen fallen bei Kindern auf unterschiedliche Weise auf. Häufig können die Kinder einen Ton nicht seiner Quelle zuordnen oder schaffen es nicht, ähnliche Formen voneinander zu unterscheiden. Zielgerichtete Übungen, die auf den spezifischen Sinn zugeschnitten sind, unterstützen das Kind bei  seiner individuellen Entwicklung und helfen, Wahrnehmungsstörungen zu behandeln. Die Eltern des Kindes sollten, gerade wenn die Auffälligkeiten stark einschränkend wirken, auch einen Experten oder einen Arzt zur Beratung aufsuchen.

Wahrnehmungsspiele in den Alltag integrieren

Übungen, die die Wahrnehmung der Sinne der Kinder trainieren, lassen sich gut in den Alltag integrieren. Die Kinder müssen für die Übungen nicht immer in einem Kreis sitzen und konzentriert Aufgaben lösen. Oft lernen die Kinder am meisten, wenn sie sich bei den Wahrnehmungsspielen bewegen dürfen und in die Natur kommen. Gerade für Sinnesspiele ist es wichtig, dass die Kinder möglichst natürlichen Reizen ausgesetzt werden. Welche Geräusche machen Tiere? Wo sehe ich die Tiere in unserem Wald?

Auf ihren Erkundungstouren stellen Kinder viele Fragen, die mit Sinneswahrnehmungen zusammenhängen. Die Aufgabe von Erziehern und Eltern ist es, die Aufmerksamkeit der Kinder richtig zu lenken. Sie sollten den Kindern Raum geben, damit sie eine ganze Reihe von Entdeckungen machen können, die ihre Sinne anregen, aktivieren und schärfen.

Stellen Sie also im Alltag Fragen zu der Wahrnehmung der Kinder:

  • Was hörst du gerade?
  • Wie riecht das für dich?
  • Wie fühlt sich das auf deiner Haut an? Kannst du diese oder jene Dinge sehen?

Die Kinder merken, dass die Umwelt voller Überraschungen steckt, und beginnen ihr Interesse verstärkt auf ihre Umwelt zu lenken. So werden ihre Sinne auch im Alltag geschult. Durch Anregungen durch die Erzieherinnen und Erzieher können sich auch aus den alltäglichen Beobachtungen Wahrnehmungsspiele entwickeln.

Redaktion Prokita-Portal


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