Konzentration von Kindern fördern: So erhöhen Sie den Fokus

Bereits im Kindergarten lernen Kinder wichtige Fertigkeiten und erweitern ihr Wissen sukzessive. Um für die unterschiedlichen Aufgaben Konzentration aufbringen zu können, trainieren Erzieherinnen und Erzieher die Aufmerksamkeit der Kinderbereits im Kindergartenalter auf spielerische Art und Weise. Durch Konzentrationsübungen tun sich die Kinder in der Kita, aber auch später in der Schule leichter. Sie können den pädagogischen Fachkräften und Lehrern aufmerksam zuhören, Anweisungen befolgen und Aufgaben lösen. Eine gut entwickelte Konzentrationsfähigkeit ist also essenziell. Doch welche Maßnahmen können Erzieher ergreifen, um den Fokus der Kinder zu erhöhen und ihre Konzentration langfristig zu steigern?

Konzentration bei Kindern als Entwicklungsbereich

Im Kindergartenalter lernen die Kinder täglich Neues: Den Umgang mit anderen Kindern sowie neue Spiele und Fertigkeiten. Anders als in der Schule stellen Erzieher den Kindern keine Aufgaben und verteilen anders als Lehrer auch keine Noten. Die Fähigkeiten und neuen Kompetenzen aus den jeweiligen Bildungsbereichen und der dazugehörigen Entwicklungszielen, werden in der Kita also vor allem spielerisch an die Kinder weitergegeben. Neben ersten Ansätzen zur Förderung des rechnerischen und sprachlichen Wissens, zählt auch das Erlernen konzentrierten Arbeitens zu den Erziehungsbereichen, die im Kindergarten vermittelt werden.

Pädagogische Fachkräfte und Erzieher wissen, dass die Kinder in den Gruppen noch zu jung sind, um sich lange Zeit am Stück zu konzentrieren. Meist können sich Kinder erst ab einem Alter von 5 bis 7 Jahren 15 Minuten fokussiert mit einer Aufgabe beschäftigen. Konzentrationsübungen sollten im Kindergarten deshalb anders aussehen als etwa in der Schule. Um die Fähigkeit der Kinder, sich konzentriert mit einer Sache zu befassen, auszubauen, sollten sich Erzieher Übungen einfallen lassen, die die Kinder begeistern.

Puzzeln für mehr Konzentration bei Kindern, Junge überlegt wo das nächste Puzzleteil hingehört
Puzzeln übt die Fähigkeit der Konzentration bei Kindern © grafvision - Shutterstock

Gerade im Kindergartenalter schaffen es die Kinder nur schwer, sich mit Aufgaben zu beschäftigen, die sie nicht interessieren oder die ihnen nicht gefallen. Geht es also um die generelle Steigerung ihrer Konzentration, ist ein spielerischer Einstieg sinnvoll. Machen die Kindergartenkinder Übungen, die sie spannend finden, fällt es ihnen leichter, sich über einen längeren Zeitraum darauf zu fokussieren.

Konzentration fördern: Die Aufmerksamkeit der Kinder erhöhen

Die Konzentration der Kinder steht und fällt mit verschiedenen Faktoren, die auf sie einwirken. Die Kinder sind neugierig und interessieren sich für alles, was um sie herum passiert. Das hat zur Folge, dass sie sich schnell ablenken lassen.

Grundsätzlich sind die Neugierde und der Wissensdurst der Kinder ein großer Gewinn: Erzieher können diese positiven Eigenschaften für verschiedenste Übungen nutzen, um die Kinder für bestimmte Aufgaben zu begeistern. Gleichzeitig hat die Offenheit der Kinder für sämtliche Reize aus ihrem Umfeld zur Folge, dass Übungen nur in einer ruhigen Umgebung durchgeführt werden können.

Folgende Faktoren wirken sich ebenso positiv auf die Konzentrationsfähigkeiten der Kinder aus:

Sind die Kinder körperlich nicht ausgelastet, fällt es ihnen schwerer, sich über einen längeren Zeitraum hinweg hinzusetzen und sich still mit einer Aufgabe zu beschäftigen. Deshalb ist Bewegung essenziell. Pädagogische Fachkräfte können beispielsweise zunächst Bewegungsspiele einplanen, bevor Konzentrationsübungen an der Reihe sind. Ausgetobt sind die Kinder eher dazu fähig, den nötigen Fokus und entsprechende Geduld aufzubringen.

Die Bewegungsspiele können auch nach draußen verlegt werden. Häufig ist im Gruppenraum selbst nicht ausreichend Platz für aktive Spiele. Im Garten können sich die Kids bewegen und sind gleichzeitig an der frischen Luft. Wie auch die Ernährung tragen die frische Luft und gegebenenfalls der Sonnenschein dazu bei, dass die Kinder fit, gesund und konzentriert bleiben. Auch die Entwicklungen im Gehirn werden durch ausreichend Bewegung vorangetrieben. Selbstredend liegt die Ernährung zu einem großen Teil in der Hand der Eltern. Beim gemeinsamen Frühstück und den Snacks in den Zwischenpausen können Erzieherinnen und Erzieher jedoch darauf achten, dass die Kinder ausreichend Obst und Gemüse zu sich nehmen.

Konzentrationsübungen: Spiele, die den Fokus lenken

Neben einem angemessenen Umfeld und förderlichen Voraussetzungen können pädagogische Fachkräfte die Konzentration der Kinder auch durch bestimmte Spiele gezielt fördern. Einige Brettspiele fordern die Konzentration der Kinder, ohne dass sie es merken. Auch beim Vorlesen müssen die Kinder den Worten der Erzieher aufmerksam folgen. Meist sind angemessene Konzentrationsübungen bereits „automatisch“ in den Kita-Alltag integriert.

Einige bekannte Spiele sind gut dazu geeignet, die Konzentrationsfähigkeiten der Kinder zu erhöhen:

  • Memory
  • Wimmelbilder und Suchspiele
  • Ich packe meinen Koffer
  • Zählspiele

Ein Memory-Spiel gehört zum festen Bestand eines jeden Kindergartens. Beim Spielen wird sowohl die Konzentration als auch die Merkfähigkeit der Kinder trainiert. Auch Wimmelbilder fördern die Aufmerksamkeitsfähigkeit. Oft dauert es einige Minuten, bis die Kinder den gesuchten Gegenstand auf dem Bild finden. Während der Suche sind die Kinder hoch konzentriert und motiviert, als Erster fündig zu werden.

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Kinder lieben dieses Spiel, was zugleich ihre Konzentration und Merkfähigkeit fördert © Lia_Skyfox - Shutterstock

Konzentration Kinder in der Gruppe fördern

Insbesondere zukünftige Schulkinder müssen lernen, auch in der Gruppe konzentriert zu arbeiten. Im Unterricht in der Schule werden später einmal Aufgaben gemeinsam besprochen und gelöst. Auch Hausaufgaben werden in der Schulzeit unter Umständen in Gruppen erklärt und erledigt. „Ich packe meinen Koffer“ kann im Kindergarten als eine erste Übung für diese Gruppenarbeiten genutzt werden. Gemeinsam füllen die Kinder einen gedanklichen „Koffer“ und müssen sich dabei nach und nach immer mehr Wörter beziehungsweise Gegenstände merken.

Zuletzt kann auch ein Zähl- oder Rechenspiel als Training der Konzentrationsfähigkeit der Kinder betrachtet werden. Die Kinder können zum Beispiel alle anwesenden Kinder zählen und dann überlegen, wer fehlt. Eine solche Übung erfordert die volle Aufmerksamkeit der Kinder und macht ihnen zudem Spaß. Erzieher können die Kinder auch ihre Schritte zählen lassen oder die Stufen einer Treppe. Gerade, wenn die Kinder gerade erst das Zählen lernen, bereitet ihnen diese Übung besondere Freude. Pädagogische Fachkräfte fördern so nicht nur die Konzentration, sondern auch ein erstes mathematisches Verständnis.

Konzentrationsübungen: Die Motivation erhöhen

Um die Kinder zu Konzentrationsübungen zu animieren, müssen Erzieher häufig kreativ werden. Neben Spielen, die die Kinder spannend finden, ist auch das Feedback der pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten wichtig. Die Rückmeldung von Erwachsenen liefert Kindern wichtige Anhaltspunkte. Durch die Unterstützung der Erzieher lernen Kinder, wie sie Aufgaben geschickt lösen können und ihre Ziele erreichen.

Aus diesem Grund ist auch das Feedback für Konzentrationsübungen relevant. Durch positive Rückmeldungen machen die Kinder günstige Erfahrungen. Werden sie für ihre Aufmerksamkeit gelobt, sind sie auch in der Zukunft bemüht, sich auf die anstehenden Aktivitäten zu konzentrieren. In diesem Fall wirkt Lob als Belohnung. Als pädagogische Fachkraft können Sie den Kindern auch andere Belohnungen in Aussicht stellen. Auf diese Weise erhöhen Sie die Motivation der Kinder und damit ihre Bereitschaft, den nötigen Fokus aufzubringen.

Sie können den Kindern zum Beispiel anbieten, dass diese nach einem Konzentrationsspiel ein bestimmtes, besonders beliebtes Spielzeug benutzen dürfen. Generell gilt, dass Phasen der Konzentration durch Pausen ergänzt werden sollten. Lassen Sie die Kinder zwischen den Übungen nach draußen gehen oder mit anderen Sachen spielen. So entspannen sie sich und können Ihnen nach der Pause wieder aufmerksam folgen.

Konzentrationsschwächen bei Kindern erkennen

Während eines Konzentrationsspiels, aber auch im normalen Alltag im Kindergarten fällt ab und an ein Kind durch sein unkonzentriertes Verhalten auf. Eine solche Auffälligkeit kann durch verschiedene Faktoren bedingt sein. Erzieherinnen, Erzieher und pädagogische Fachkräfte sollten die Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten. Unter Umständen war die Unaufmerksamkeit des Kindes durch einen Mangel an Schlaf verursacht und gibt sich nach einer gewissen Zeit wieder von selbst. In jedem Fall lohnt es sich, das Kind in unterschiedlichen Situationen zu beobachten und es gegebenenfalls auch nach seinem Befinden zu fragen.

Präventiv handeln: Konzentrationsprobleme verhindern

Um herauszufinden, ob ein Kind Probleme dabei hat, sich zu konzentrieren, sollten beeinträchtigende Faktoren von außen ausgeschlossen werden. Wenn Sie demnach ein Konzentrationsspiel im Kindergarten durchführen, können Sie die Umweltfaktoren variieren, um herauszufinden, was die Aufmerksamkeit der Kinder beeinflusst. Die Kinder lassen sich leicht ablenken. Achten Sie darauf, dass die Übungen nicht durch laute Geräusche oder Unterbrechungen gestört werden. Verschiedene Einflussfaktoren können die Aufmerksamkeit der Kinder zudem beeinträchtigen.

  • Lärmpegel: Sowohl die anderen Kinder als auch Musik oder Geräusche von draußen können Lärm verursachen, der die Kinder ablenkt. Achten Sie auf Ruhe und eine förderliche Atmosphäre.
  • Schlaf: Gerade zukünftige Schulkinder machen in den meisten Fällen keinen Mittagsschlaf mehr. Für ihren Schlaf sind vor allem die Eltern zuständig. Bei kleineren Kindern sollte jedoch auch im Kindergarten auf ausreichend Schlaf geachtet werden. Merken Erzieher, dass ein Kind müde und schlapp ist, sollte an diesem Tag auf eine Konzentrationsübung verzichtet werden.
  • Energie: Die Kinder benötigen Energie, um sich mit Konzentrationsspielen beschäftigen zu können. Diese erhalten sie durch eine ausgewogene Ernährung sowie durch Pausen. Scheinen die Kinder förmlich vor Energie zu sprühen, ist es gegebenenfalls hilfreich, mit ihnen ein Bewegungsspiel zu spielen. Lassen Sie die Kinder herumtollen, denn ihr Körper braucht die Bewegung. Die Kinder sind anschließend aufmerksamer.

Teilen Sie den Eltern mit, welche Übungen Sie im Kindergarten machen und worauf Sie achten. In den meisten Fällen kennen sich die Erwachsenen gut aus. Gerade wenn es um die Themen Schlaf und Ernährung geht, beeinflussen jedoch vor allem die Eltern das Verhalten der Kinder stark. Sollte ein Kind häufig müde im Kindergarten erscheinen, können Erzieher dem Vater oder der Mutter diese Auffälligkeit mitteilen, um eine Besserung zu erreichen.

Konzentrationsstörungen erkennen und richtig handeln

Wenn Kinder regelmäßig durch ihr unaufmerksames Verhalten auffallen, bedeutet das nicht gleich, dass sie therapeutisch behandelt werden müssen. Gerade weil die Kinder noch im Kindergartenalter sind, entwickeln sich ihr Körper und ihr Gehirn noch weiter. Auch ihr Verhalten kann sich noch stark verändern.

Wichtig ist zunächst, dass das Kind die nötige Unterstützung erhält. Natürlich müssen die Kinder auch lernen, mit Misserfolgen umzugehen. Trotzdem darf die Frustration nicht überwiegen. Aus diesem Grund helfen Übungen und Aufgaben dabei, die Fähigkeiten und Kompetenzen des Kindes zu stärken. Schritt für Schritt sollte die Konzentrationsschwäche analysiert werden. Um Konzentrationsstörungen festzustellen, ist unter Umständen auch ein Besuch bei einem Kinderarzt notwendig.

Dieser kann die Ursache der Konzentrationsschwäche ergründen und gegebenenfalls eine Behandlung vorschlagen. In einigen Fällen rührt die Konzentrationsstörung von einer fehlerhaften Verarbeitung von Umweltreizen her. Eine solche Wahrnehmungsstörung kann auf verschiedene Art und Weise behandelt werden. Auch Probleme in der Feinmotorik oder das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom können dazu führen, dass ein Kind nicht lange bei der Sache bleibt. Die Diagnose sollte in jedem Fall von einem Arzt gestellt werden.

Spiele zur Förderung der Konzentration bei Kindern, die Spaß machen
Mit einer Motorikschleife können feinmotorische Übungen gezielt geübt werden © h2ojs - Shutterstock

Anschließend kann auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden. Erzieherinnen und Erzieher können verschiedene Methoden nutzen, um die Schwierigkeiten des Kindes zu verringern. Ziel ist es, die Ursachen der Konzentrationsprobleme in Angriff zu nehmen und das Kind gleichzeitig zu fördern. Den Kindern sollten die Übungen Spaß machen, damit sie sie regelmäßig und gerne ausführen und in ihren Alltag integrieren. So erzielen die Kinder schnell Erfolge. Gleichzeitig wird die Verringerung der Konzentrationsschwierigkeiten sichtbar.

Gemeinsam an der Aufmerksamkeit arbeiten: Ein Plus an Konzentration

Um die Konzentrationsprobleme möglichst schnell in den Griff zu bekommen und das Kind optimal zu unterstützen, können pädagogische Fachkräfte einige Tipps beachten. Konzentrationsschwierigkeiten haben unterschiedliche Ursachen. Aus diesem Grund sollten Sie sich bewusst machen, dass auch der Umgang mit den Kindern auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen sollte.

Da die Kapazität der Erzieher im Kindergarten begrenzt ist, müssen auch die Eltern der Kinder in die Förderung miteinbezogen werden. Geduld und ein regelmäßiger Austausch sind an dieser Stelle die nötige Basis. Die Übungen und Konzentrationsspiele können als Hausaufgaben gesehen werden, die auch die Eltern mit den Kindern zu Hause machen können und sollten.

So wie Lehrer in der Schule können die Erwachsenen den Kindern schon im Kindergarten Übungen näherbringen. Selbstverständlich sollten der Anspruch und der Inhalt der Aufgaben an das Alter der Kinder angepasst werden. Machen Sie sich gemeinsam mit den Eltern Gedanken über eine bestmögliche Methode, wie ihr Kind individuell gefördert werden kann. Vermitteln Sie Vater und Mutter zudem, dass sich Ruhe und lobende Worte auch zu Hause positiv auf die Konzentrationsfähigkeit ihres Kindes auswirken.

Das Leben der Kinder sollte sich nicht nur um ihre optimale Förderung drehen. Im Idealfall werden die Konzentrationsübungen in den Alltag eingeflochten, ohne dass es das Kind merkt. Die Kinder sollten sich vor allem mit Dingen beschäftigen dürfen, die ihre Entwicklung unterstützen und die sie interessieren. Viel Bewegung und Spiele, die die Wahrnehmung der Sinne der Kinder fordern, vermitteln den Kindern wichtige Erfahrungen, die auch ihre Konzentration stärken. Durch ein anregendes Umfeld ermuntern Erwachsene die Kinder dazu, die Welt aufmerksam und fokussiert zu entdecken.

Redaktion Prokita-Portal


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