Zirkusprojekt in der Kita – Manege frei

Die Zirkuswelt übt eine besondere Anziehungskraft auf Kinder aus. Im Zirkus darf gelacht und über die Talente der Artisten gestaunt werden. Dieses bunte Treiben fasziniert schon die Kinder, die noch weit von der Grundschule entfernt sind. Macht ein Zirkus in Ihrer Stadt halt, können Sie dies als Anreiz nutzen, um im Kindergarten eine Projektwoche zum Thema Zirkus zu gestalten. Dabei dürfen die Kinder basteln, toben und sich sogar selbst zu den Stars einer Aufführung verwandeln. Manege frei für das Zirkusprojekt in der Kita!

Zirkus im Kindergarten: Das Projekt vorbereiten

Bevor die Arbeit mit dem Projekt in der Kita beginnt, müssen Erzieherinnen und Erzieher einiges vorbereiten. Zunächst steht eine wichtige Entscheidung an: Möchte man einen externen Projektzirkus engagieren oder doch lieber den Kindergarten in Eigenarbeit in eine Manege verwandeln? Wer Experten mit ins Boot holt, profitiert von ihrer langjährigen Zirkuserfahrung. Allerdings ist das auch mit höheren Kosten verbunden. Günstiger wird das Projekt, wenn man auf Marke Eigenbau setzt und gemeinsam mit den Kindern einen Zirkus inklusive Aufführung auf die Beine stellt.

Steht der Plan, ein Zirkusprojekt in der Kita durchzuführen, ist es sinnvoll, auch die Eltern mit Informationen zu versorgen. Lassen Sie diese wissen, welche Aktionen geplant sind und laden Sie die Mütter und Väter frühzeitig zu einer Abschlussveranstaltung ein. Die Eltern freuen sich sicher sehr auf eine Zirkusvorstellung, bei der die eigenen Kids zu Stars in der Manege werden.

Bevor es losgehen kann, sollten pädagogische Fachkräfte verschiedene Materialien besorgen.

Für Zirkusluft im Kindergarten sorgen unter anderem folgende Dinge:

  • Trampolins zum Springen
  • Tau, Seil oder Bank zum Balancieren
  • Hula-Hoop-Reifen
  • Tücher und Bälle
  • Verschiedene Bastel- und Dekorationsobjekte
Kinder lieben es zu zaubern und andere Attraktionen vorzustellen
Kinder lieben es zu zaubern und andere Attraktionen vorzustellen © Pavel L Photo and Video - Shutterstock

Je nachdem, welche der nachfolgenden Aktivitäten Sie mit der Gruppe umsetzen möchten, fällt der Materialaufwand unterschiedlich hoch aus. Manche Spiele lassen sich auch direkt mit Dingen umsetzen, die ohnehin in zahlreichen Kindertagesstätten zu finden sind.

Wir spielen Zirkus: Kreative Ideen für die Projektarbeit

Ideen für Zirkusprojekte in der Kita, Vorteile von Zirkusspielen im Kindergarten
Infografik Zirkusprojekte haben bestimmte Vorteile für die Entwicklung der Kinder © Prokita-Portal

Egal ob als Vorbereitung auf einen Wanderzirkus, als Ferienspiele oder als eigenständiges Projekt in der Kita – die folgenden Zirkusspiele sorgen für frischen Wind in jedem Kindergarten. Dabei stärken die Jungen und Mädchen auch noch ganz nebenbei ihre Motorik und dürfen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Erzieher können zu diesem Zweck einen Zirkus-Parcours in der Kita aufbauen. Die verschiedenen Stationen schenken den Kindern die Möglichkeit, neue Stärken zu entdecken und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Spiele mit wilden Tieren

Bei der ersten Zirkusnummer lernen die Kinder die Tiere aus dem Zirkus auf spielerische Art und Weise kennen. Wer möchte, kann der Gruppe in diesem Zusammenhang auch erklären, was der natürliche Lebensraum der Tiere eigentlich ist. So verstehen die Kinder, dass die Tiere auch in der Wildnis vorkommen.

Für die erste Zirkusnummer schlüpfen die Jungen und Mädchen in die Rolle von wilden Löwen und ihren Dompteuren. Vorab bastelt die Gruppe zu diesem Zweck einen „Feuerreifen“. Hierzu braucht man nur einen Hula-Hoop-Reifen und Kreppband in den Farben Rot, Orange und Gelb. Den Hula-Hoop einfach mit den Bändern umwickeln und an der Unterseite etwas von den Kreppbändern herunterhängen lassen – schon ist der ungefährliche Feuerreifen fertig. Anschließend geht es ab in die Zirkusmanege zur Aufführung. Die Kinder sollten sich die Rolle des Dompteurs abwechselnd teilen. Dieser darf den Löwen nun verschiedene Anweisungen geben:

  • Auf allen Vieren durch den Reifen krabbeln
  • Männchen machen
  • Brüllen
  • Andere Kunststücke

Dieses fantasievolle Rollenspiel macht bereits den Kindern sehr viel Spaß! Natürlich kann die Gruppe auf ähnliche Art und Weise in die Rolle von allen erdenklichen Zirkustieren schlüpfen. Wer mag, gestaltet mit der Zirkusfamilie aus der Kita noch passende Tiermasken und stellt verschiedene Requisiten zum Verkleiden zur Verfügung. So verwandeln sich die Kinder im Handumdrehen in Pferdchen, Elefanten und Co. Das Spielen fördert nicht nur die Motorik, sondern macht die Jungen und Mädchen auch auf spielerische Art und Weise mit heimischen und exotischen Tieren vertraut.

Akrobatik in der Kita: Von Seiltänzern und Ballerinen

Auch an der nächsten Station ist voller Körpereinsatz gefragt. In der Turnhalle dürfen die Kinder die Akrobatik der Artisten nachahmen. Der Schwierigkeitsgrad sollte selbstverständlich dem Alter der Teilnehmenden entsprechen. Seiltänzer, die wagemutig durch das Zirkuszelt balancieren, sind keine Seltenheit. Kein Wunder also, dass die Kinder auch Feuer und Flamme sind, wenn es um den Seiltanz geht. Für die Jüngsten sollte hierzu ein Seil oder Tau auf den Boden gelegt werden. Schaffen es die Kinder, auf die andere Seite zu balancieren? Fordern Sie die Kinder dazu auf, hochzuspringen und wieder auf dem Seil zu landen. Dies fördert die motorische Entwicklung und verleiht den Jungen und Mädchen Selbstbewusstsein. Um das Ganze noch realistischer zu gestalten, stellen Erzieher Schirme und Stangen bereit, welche die Kids beim Balancieren in den Händen halten können.

Ist eins der Kinder im Ballettunterricht, darf es den anderen einfache Bewegungen zum Nachmachen zeigen. Stellen Sie zu diesem Zweck einen CD-Player bereit, damit die Kinder sich zu der Musik bewegen können. Hat niemand aus der Gruppe Tanzerfahrung, dürfen sich die Jungen und Mädchen gemeinsam Tanzfiguren ausdenken. Jeder der Zirkusfamilie darf nach und nach in die Rolle des Vortänzers schlüpfen.

Auch weitere Aktionen aus dem Bereich der Akrobatik lassen sich ganz einfach für das Projekt in der Kita nutzen. Wenn ein Trampolin zur Verfügung steht, können die kleinen Artisten darauf springen und verschiedene Kunststücke zeigen. Alternativ dürfen diejenigen, die daran Spaß haben, Räder schlagen und Rollen üben. Auf diese Art und Weise verwandelt sich die Turnhalle ohne großen Aufwand in einen Zirkus. Die Kinder sind bei diesen Aktivitäten ganz sicher mit noch mehr Elan dabei als bei normalen Sporteinheiten.

Jonglieren lernen

Zu beliebten Attraktionen im Zirkus zählen auch die Kunststücke, die etwas mit Jonglieren zu tun haben. Egal ob ein Artist gekonnt mehrere Bälle jongliert oder ein tollpatschiger Clown durch seine Fehler für Lacher sorgt – das Jonglieren ist aus keinem Zirkus wegzudenken. Deshalb sollten auch die Kinder die Chance bekommen, im Rahmen der Zirkus Projektwoche das Werfen und Fangen zu üben.

Für die kleinen Einsteiger eignen sich zu diesem Zweck vor allem Tücher. Diese fallen langsamer zu Boden und erleichtern so das Jonglieren. Jüngere Kinder bekommen am Anfang jeweils zwei Tücher, die sie abwechselnd hochwerfen und wieder fangen. Schon diese Übung bereitet viel Spaß und fördert dabei auch noch die feinmotorische Entwicklung.

Mit Tüchern können Kinder im Zirkusprojekt nicht nur jonglieren
Mit Tüchern können Kinder nicht nur jonglieren sondern auch wunderbare Akrobatik zeigen © Talita Nicolielo - Shutterstock

Sind die Jungen und Mädchen diesem Kunststück gewachsen, ist der nächste Schritt, die Tücher mit der jeweils anderen Hand aufzufangen. Wer es noch schwerer mag, nimmt noch ein drittes Tuch dazu. Aus dem Jonglieren mit Tüchern lassen sich unzählige Spielvarianten ableiten. Beispielsweise dürfen sich die Kinder einen Partner aussuchen, dem sie die Tücher zuwerfen.

Mal- und Bastelaktionen für das Zirkusprojekt

Vor allem ruhigere Kinder lassen sich nicht immer rund um die Uhr für das bunte Treiben begeistern. Doch auch diese können auf ihre ganz eigene Weise zur Zirkusvorstellung beitragen. Basteln und Malen die Kinder lieber, sollten Erzieherinnen und Erzieher auf diese Vorlieben eingehen. Lassen Sie den Kids die wichtige Aufgabe zukommen, Plakate für das Zirkusprojekt zu malen. So fühlen sich alle Kinder in das Projekt in der Kita eingebunden. Die gemalten Werke eignen sich hervorragend, um sie gut sichtbar in der Kita auszuhängen.

Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten, wie die Kinder auf kreative Weise zum Zirkusprojekt in Kindertagesstätten beitragen können. Gestalten Sie zusammen mit den Kindern verschiedene Bastelprojekte. Neben bunten Clowns aus Papier und selbst gebastelten Jonglierbällen eignen sich auch verschiedenste Ideen für Dekorationen, die später die Manege im Kindergarten bunter gestalten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer selbst gebastelten Konfettikanone?

Dafür benötigen Sie nur folgende Dinge:

  • Klebeband
  • Buntes Papier oder Stifte
  • Leere Klopapierrollen
  • Luftballon
  • Konfetti
  • Schere

Zuerst können die Kinder die leeren Klopapierrollen ganz nach Belieben aufpeppen. Beim Glitzer aufkleben und anmalen dürfen die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. In der Zwischenzeit knoten die Erwachsenen die Luftballons zu, ohne diese vorher aufzublasen. Anschließend schneiden die Erzieher das obere Drittel des Luftballons ab. Den Rest stülpt man nun über die Klopapierrolle und fixiert das Ganz noch mit etwas Klebeband. Die Jungen und Mädchen füllen zum Schluss etwas Konfetti in ihre Kanone und ziehen am Ende des Luftballons – schon ergießt sich ein bunter Konfettiregen über den Kindergarten.

Ein Projektzirkus im Kindergarten: Von Experten lernen

Möchte eine Kita das Zirkusprojekt für die Kinder unvergesslich gestalten, bietet es sich an, einen Wanderzirkus in das Geschehen miteinzubinden. Selbst in der Grundschule erzählen viele ehemalige Zirkusteilnehmer noch begeistert von dem besonderen Besuch in ihrem Kindergarten.

Tipp: Verschiedene Zirkusexperten haben sich auf das Reisen mit einem Projektzirkus extra für Kinder spezialisiert und reisen von Kindergarten zu Kindergarten, um den Kindern die Zirkusluft näher zu bringen.

Im Gepäck haben sie jede Menge Artisten, ein Zirkuszelt, Tiere und gute Laune. Um die Kinder auf das besondere Projekt in der Kita vorzubereiten bietet es sich an, vorab ein kitainternes Zirkusprojekt durchzuführen. Dazu eignen sich alle oben genannten Attraktionen. Diese sorgen dafür, dass die Kids schon auf das besondere Flair des Zirkustreibens eingestellt sind. So wissen sie, was bei der Projektwoche mit dem „echten“ Zirkus auf sie zukommt.

Vorstellung von Artisten und Kunststücken

Damit die Jungen und Mädchen ein Gefühl dafür entwickeln können, was in der nächsten Woche auf sie zukommen wird, gibt es meistens eine einführende Zirkusvorstellung. Dabei zeigen die Schausteller verschiedene Kunststücke, welche die Kinder im Anschluss einüben sollen. Erzieher geben den Kindern vor der Vorführung die Anweisung zu überlegen, welche Darbietung sie am besten fanden. Auf dieser Grundlage dürfen sich die Kinder dann eine Aufgabe aussuchen, die sie selbst im Zirkus übernehmen wollen. Damit die Zirkusvorführung der Kindergartenkinder am Ende gelingt, sollten alle Gruppen ungefähr gleich groß sein.

Als Clown im Zirkusprojekt
Bei Groß und Klein ist der Clown immer noch sehr beliebt © S G - Shutterstock

Zirkusvorstellung vorbereiten

Im Anschluss bleibt der Zirkus meist eine ganze Woche im Kindergarten. In der Zeit der Projektwoche arbeiten die Darsteller mit ihrer jeweiligen Kleingruppe, um ihnen die nötigen Fertigkeiten beizubringen. Die Kinder lernen entweder, wie sie zum Dompteur von Hunden werden oder studieren zum Beispiel eine witzige Clownsnummer ein. Die Aufgabe der Erzieher ist es in dieser Zeit, darauf zu achten, ob sich jedes Kind in seiner Gruppe wohlfühlt. Kann ein Gruppenmitglied nichts mit der anvertrauten Aufgabe anfangen, darf es selbstverständlich jederzeit zu einem anderen Artisten wechseln. Außerdem sollten Erzieherinnen und Erzieher daran denken, Verwandte und Freunde frühzeitig zur abschließenden Zirkusvorführung einzuladen.

Das Highlight: Die eigene Zirkusnummer

Am Ende der Zeit mit dem Zirkus steht der Höhepunkt der Projektarbeit an: Die Kinder dürfen zum Abschluss präsentieren, was sie in den vergangenen Tagen gelernt haben. Die kleinen Stars der Manege sind nun ein Teil der Zirkusfamilie und zeigen ihren Angehörigen Stolz, was sie nun alles können. Der Applaus ist selbst für Kinder in jungen Jahren eine riesige Bestätigung. Die Begeisterung des Publikums trägt so dazu bei, dass die Kinder ein gesundes Selbstbewusstsein erlangen und stolz auf ihre erbrachte Leistung sind. Dieses besondere Projekt in der Kita bleibt allen Beteiligten sicher noch lange im Gedächtnis.

Redaktion Prokita-Portal


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