Körper, Bewegung und Gesundheit in der Kita: spielen, lernen, erfahren

Jeder weiß, wie wichtig eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind. Schon in den ersten Lebensjahren kann man die Weichen für eine optimale Entwicklung der Kinder stellen, wenn man auf einen gesunden Lebensstil achtet. Die Kindertagesstätte nimmt hierbei eine wichtige Position ein, da viele der Kinder einen Großteil ihres Tages hier verbringen. Doch wie genau kann man den Jungen und Mädchen eine gesunde Lebensweise nahebringen? Einfache Tipps helfen Ihnen dabei, die gezielte Gesundheitsförderung optimal in den Kita-Alltag zu integrieren. So bleiben die Kinder nicht nur putzmunter, sondern haben auch jede Menge Spaß an einem abwechslungsreichen Tagesprogramm.

Infografik Bildungsbereich: Die optimale Gesundheitsförderung für Kinder

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Infografik Gesundheitsförderung für Kinder © Prokita-Portal

Zu wenig Bewegung, ungesunde Lebensmittel und Reizüberflutung durch Medien – unzählige Einflüsse wirken auf die Gesundheit der Kinder ein. Die Folge: Immer mehr übergewichtige, unkonzentrierte und kränkelnde Kinder. Hinzu kommen persönliche Probleme mit der Familie oder Freunden, die die Gefühlswelt belasten können. Gründe, warum die Betreuung in Kindertageseinrichtungen sehr bedeutend für das körperliche sowie seelische Wohlbefinden der Kinder ist. Nur mit der richtigen Grundlage kann das Kind ein (Körper-)Bewusstsein entwickeln, welches ihm auch in späteren Lebensjahren weiterhilft.

Gesund leben: Sie sind Vorbilder für Kinder

Nicht nur die Eltern sind in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für die Kinder, sondern auch die pädagogischen Fachkräfte. Die gesundheitliche Bildung und die gesundheitsfördernde Erziehung sind mit viel Arbeit und Verantwortung verbunden. Dabei kann man den Bildungsbereich „Körper, Bewegung und Gesundheit“ auf keine bestimmten Aktivitäten beschränken. Er umfasst viele verschiedene Bereiche, die im Umgang mit jedem Kind vorkommen. Der Themenkomplex beinhaltet die folgenden Grundlagen:

Die Teilbereiche überschneiden sich in zahlreichen Aspekten. So ist ein gesundes Leben nur mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung möglich.

Erfahrungen sammeln, Stärken fördern und Defizite ausgleichen

Zudem erfahren die Betreuer im Kita-Alltag, dass jedes Kind eigene Bedürfnisse hat. Die Kinder kommen mit unterschiedlichen Fähigkeiten oder Defiziten in einen Kindergarten. Diese müssen von den Erziehern erkannt werden, um die Kids durch unterschiedliche Projekte optimal fördern zu können. Niemand möchte, dass Krankheiten, Lernschwächen oder auch Begabungen nicht erkannt werden – oftmals leider eine Folge von überfüllten Einrichtungen und Fachkräftemangel.

Wichtig ist ein kommunikativer Austausch mit den Eltern. Der Kindergarten bildet zusammen mit der Familie ein kooperatives Gespann. Hierbei verfolgen alle Parteien das Ziel einer optimalen Förderung des Kindes. Bei Problemen sollten Erzieherinnen und Erzieher immer ein Gespräch mit den Eltern suchen, um die Herausforderung gemeinsam zu lösen. Es reicht nicht, die Gesundheit des Kindes ausschließlich innerhalb der Einrichtung zu fördern, wenn dieser Aspekt zu Hause auf der Strecke bleibt. Beide Seiten ergänzen sich wie zwei Puzzlestücke: Nur durch ein gelungenes Zusammenspiel sieht man ein Ergebnis.

Ich entdecke meinen Körper: Physische Erfahrungen sammeln

Der erste Bezugspunkt des Kindes ist sein Körper. Es tastet sich durch die Welt und lernt seine Umgebung kennen, indem es seine Umwelt mit all seinen Sinnen erlebt. Es sieht, riecht, hört, schmeckt und tastet. Beinahe jedes Kind steckt sich Gegenstände in den Mund, um so unterschiedliche Erfahrungsmöglichkeiten für sich auszutesten.

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Kinder nehmen gerne verschiedene Dinge in den Mund und sammeln so ihre Erfahrungen © Marko Poplasen - Shutterstock

Es ist ein Teil der gesunden körperlichen Entwicklung, den eigenen Körper, aber auch die der anderen zu erforschen: Mein Ohr, deine Nase, sein Mund. Mit dem Körper drückt man sich und seine Gefühle aus. Man hüpft und jubelt bei Freude, versteckt sich kauernd in einer Ecke, wenn man traurig ist, oder ballt vor Wut die Fäuste. So mancher Körper spricht Bände – besonders der des Kindes.

Räume für verschiedene Bewegungsmöglichkeiten schaffen

„Nein, ich will das alleine machen!“ Das „Selbst“ des Kindes baut sich hauptsächlich durch Körpererfahrungen auf, die es in den ersten Lebensjahren macht. Deshalb möchte es vieles eigenständig erleben, sich in Spielen mit anderen Kindern messen und die eigenen Grenzen austesten. Umso wichtiger ist es, den Kindern in einer Kindertageseinrichtung eine anregungsreiche Umgebung und einen optimalen Bewegungsraum zu geben. Der Bereich sollte verschiedene Möglichkeiten bieten, den eigenen Körper kennenzulernen und die Sinne auf verschiedene Weise zu erleben.

Hierbei kommt es auf eine optimale Gestaltung der Räume und des Außengeländes an. Sie sollten den Kindern ausreichend Bewegungsraum schaffen. Sich verstecken, toben und rennen – das brauchen die Kindergartenkinder. Dabei spielt auch die frische Luft eine wichtige Rolle. Kinder sollten ausreichend Zeit draußen verbringen, um gesund zu bleiben. Hierfür bieten sich neben der Nutzung des Außengeländes verschiedene Projekte und auch Spaziergänge oder Ausflüge in den Wald an. So können die Kinder spielen, verschiedene Körpererfahrungen sammeln und ausgelassen toben. Zudem lernen sie so ihre Umwelt besser kennen und treten in unmittelbaren Kontakt mit der Natur.

Darüber hinaus können Sie als Fachkraft die Kinder bei ihren Bewegungsabläufen unterstützen und ihre motorischen Fähigkeiten verfeinern. Stellen Sie den Kindern verschiedene Materialien und Gegenstände bereit, die sich unterschiedlich anfühlen und mit denen sie im Umgang Geräusche erzeugen können. Das können Materialien aus der Natur und Umwelt, Stoffe, Federn oder Dinge mit unterschiedlichem Gewicht sein. Diese können die Kinder fliegen, schweben, fallen oder sogar schwimmen lassen. So werden auf spielerische Art alle Wahrnehmungen und Sinne angesprochen.

Für das bestmögliche Wohlbefinden im Kindergarten brauchen Kinder neben Spiel und Spaß auch Zeiten der Erholung. Es ist sinnvoll, den Kindern einen Raum mit Rückzugsmöglichkeiten und Erholungszonen anzubieten. Dort können sie entspannen und kurz durchatmen, bevor es wieder mit dem Toben weitergeht. So bleiben die Kinder gesund und munter.

Wer bin ich? Spielend und mit allen Sinnen lernen

Die kinderfreundliche und individuelle Gestaltung der Räume motiviert die Kinder, körperlich aktiv zu werden und Erfahrungen zu sammeln. Neben der aktiven Förderung ist es in diesem Bildungsbereich und Entwicklungsziel aber auch wichtig, den Kindern das Wissen über den eigenen Körper zu vermitteln. Durch verschiedene Spiele können die Kids Kenntnisse über den Körperbau, Krankheiten sowie Verletzungen gewinnen.

Die Vorteile dieser präventiven Gesundheitsbildung sind:

  • Wissenszuwachs
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Entwicklung eines Körperbewusstseins

So lernen die Kinder nicht nur, wie ihr Körper aufgebaut ist, sondern auch, Verantwortung für ihre eigene Gesundheit zu übernehmen. Sie erkennen nun leichter, wann es ihnen nicht gutgeht. Das ist ein entscheidender Schritt für ein besseres Körperbewusstsein. Die Kinder bekommen zudem ein besseres Gefühl dafür, wie verletzbar ihr Körper und vor allem auch der der anderen Kinder ist. Sie lernen außerdem, mit Krankheiten und Behinderungen umzugehen – dies stärkt auch die Empathie gegenüber anderen.

Zudem können die Fachkräfte auf diesem Weg den Kindern die Grundkenntnisse bestimmter Verhaltensweisen und Gefühlen vermitteln. Warum ist man traurig, wenn ein anderes Kind weint? Warum freut man sich, wenn der andere über den eigenen Witz lacht? Auf diese Weise vermitteln Sie, wie sich Emotionen äußern und wie man am besten mit den unterschiedlichen Empfindungen umgeht.

Oh je, das Kind ist krank: Gesundheit im Kindergarten

Eine laufende Nase, ein gestoßener Fußzeh oder ein aufgeschürftes Knie: In der Kita fallen so allerhand kleine und größere Wehwehchen an, mit denen Erzieherinnen und Erzieher umgehen müssen. Fakt ist: Das Wohlbefinden der Kleinsten steht für Familie und Betreuer an allererster Stelle. Dabei ist die Kita der perfekte Raum, in dem schon durch Kleinigkeiten eine Grundlage für das Wohlbefinden des Kindes geschaffen werden kann.

Eine ausreichende Belüftung der Räume verringert zum Beispiel das Risiko der Ansteckungsgefahr bei Erkältungskrankheiten. Zudem liefert der Sauerstoff neue Energie. Ein kurzes Stoßlüften kann wahre Wunder wirken, besonders wenn man bei Regenwetter nicht nach draußen gehen kann.

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Eine ausreichende Belüftung kann nicht nur bei Kindern für Wunder wirken © fizkes - Shutterstock

Dennoch gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Kinder sollten viel Zeit unter freiem Himmel verbringen. Die verschiedenen Reize wie Kälte und Regen dienen in einem überschaubaren Maße zudem der Stärkung des Immunsystems. Achten Sie an Sommertagen in jedem Fall auf den nötigen Sonnenschutz, auch wenn die Kinder „nur“ eine halbe Stunde auf dem Außengelände oder auch im meist schattigen Wald verbringen.

Früh übt sich: Warum Händewaschen so wichtig ist

Zu dem Bildungsbereich „Körper, Bewegung und Gesundheit“ zählt neben der Ernährung auch die Hygiene. Durch die richtigen Maßnahmen im Alltag lassen sich Krankheiten vermeiden. Dies gilt auch für das Kita-Personal. Alle Räume in der Einrichtung, insbesondere die Toiletten und die Küche, sollten in einem hygienischen Zustand gehalten werden. So wie Sie sich wohlfühlen, ist es auch für die Kinder am besten.

Da die Kinder vermehrt Verantwortung für ihren eigenen Körper übernehmen, sind Körperpflege, Infektionsschutz und Hygiene Aspekte, die die pädagogischen Fachkräfte den Kindern nahebringen sollten. Das regelmäßige Waschen der Hände ist das A und O. Schon im Kindesalter ist es sinnvoll, das Händewaschen als Routine zu etablieren. Dies lernen die Kleinsten am besten anhand gleicher Abläufe.

Gleichzeitig verbessern die Kinder ihre motorischen Fertigkeiten. Diese wiederum helfen ihnen, ihr Körperbewusstsein auszubauen.

Routinetätigkeiten, die Sie den Kindern im Kindergarten nahebringen können, sind unter anderem:

  • Händewaschen nach den Mahlzeiten und dem Toilettengang
  • Taschentücher verwenden
  • Zähneputzen
  • Haare kämmen
  • Körperhygiene
  • Witterungsgerechte und saubere Kleidung tragen

Neben dem gemeinsamen Zähneputzen nach den Mahlzeiten ist ein Besuch des Zahnarztes in der Kita eine willkommene Abwechslung für die Kinder. Durch die Untersuchung lernen die Kinder, wie wichtig eine gründliche Zahnhygiene für die Gesundheit ist. Dies verbessert auch das eigene Körpergefühl.

Und was tun, wenn es im Kindergarten plötzlich mehreren Kindern auf dem Kopf juckt oder sie einen Ausschlag haben? Bei Läusebefall, Magendarmviren oder anderen stark ansteckenden Krankheiten oder Ungeziefer in der Kindertageseinrichtung sollten Sie schnellstmöglich die entsprechenden Maßnahmen treffen. Notfalls muss die Kita sogar geschlossen werden. Halten Sie unbedingt die Hygienestandards ein und informieren Sie die Eltern.

Krankheiten und Verletzungen – Unfälle verhüten und richtig handeln

Wenn es um die Gesundheit der Kinder geht, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen: Die stetige Rücksprache mit den Eltern. Sobald es einem Kind plötzlich sehr schlecht geht oder es auffällige Verhaltensweisen zeigt, ist der Griff zum Telefon meist der richtige Weg. Im Notfall muss es auch einmal der Notdienst sein. Hier gilt die Devise: Lieber einmal mal mehr als zu wenig!

Doch auch bei alltäglichen Problemen heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Als pädagogische Fachkraft sollten Sie darauf achten, in keinem Fall belehrend zu sein und die Eltern zu Untersuchungen oder Impfungen ihres Kindes zu drängen. Im Endeffekt liegt die Entscheidung bei den Eltern des Kindes oder dem behandelnden Arzt. Sie können die Mütter und Väter aber durchaus über wichtige Untersuchungen oder Impfmaßnahmen aufklären.

Um Unfälle in der Kita oder im Kindergarten zu vermeiden, sollte die Einrichtung die Vorschriften bei der Gestaltung der Räume beachten.

Auch folgende Punkte sind von Relevanz:

  • scharfe Gegenstände vermeiden oder wegschließen
  • keine giftigen Pflanzen zur Deko oder Zierde im Garten anpflanzen
  • Steckdosen sichern
  • Situationen aufmerksam beobachten
  • Richtiges Verhalten im Straßenverkehr lehren

Als Erzieher haben Sie eine Aufsichtspflicht, die in jedem Fall korrekt ausgeübt werden muss. Gleichzeitig sollten die Kinder lernen, mit den Gefahren des Alltags umzugehen, und bestimmte Aktivitäten, wie Klettern oder Toben abzubrechen, falls es zu weit geht. Hier ist es die Pflicht der Betreuer, in wichtigen Momenten zu intervenieren.

Bedürfnisse erkennen: Bewegung zahlt sich aus

Bewegung zählt wie die Ernährung zu den Grundbedürfnissen jedes Kindes. Sie ermöglicht den Kindern eine Eigenständigkeit, da die Kids durch ihre Hände sowie durchs Krabbeln, Laufen und Tasten ihre Welt entdecken. Die eigene Wahrnehmung ist hierbei essenziell, um Rückmeldungen vom eigenen Körper zu erhalten, wichtige Kompetenzen zu erwerben und somit auch mit der eigenen Gesundheit umgehen zu können.

Kinder testen gerne ihre Grenzen aus und klettern manchmal auf zu hohe Bäume oder rennen zu schnell den Berg hinunter. Doch genau so lernen sie, mit Gefahren umzugehen. Gleichzeitig entwickeln sie ein Selbstkonzept, indem sie eigene Entscheidungen über ihren Körper und neue Bewegungsherausforderungen treffen. So verbessern die Kinder nicht nur das eigene Körperbewusstsein, sondern entwickeln eigenständig Bewegungsmöglichkeiten, um in Kontakt mit ihrer Umwelt zu treten. Und das nicht nur mit ihren Händen, sondern mit allen Sinnen.

Bewegungsmöglichkeiten: Die richtigen Anlässe schaffen

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, sodass sie Sport, für den so mancher Erwachsender den inneren Schweinehund überwinden muss, ganz von selbst in ihren Alltag integrieren. Dennoch leiden viele Kinder unter einem Defizit an Bewegung. Übergewicht und Folgeerkrankungen sind das traurige Resultat von Bewegungsmangel. Solche Beschwerden hängen häufig auch mit Beeinträchtigungen der Bewegungskoordination und der Körperwahrnehmung zusammen.

Um die Entwicklung des Kindes bestmöglich zu unterstützen, ist die Einbindung von Bewegungsspielen in den Kita- oder Kindergartenalltag essenziell. Dabei ist ein Gedanke wichtig: Die Kinder sollten zwar niemals zu etwas gezwungen werden, dennoch ist eine konsequente Förderung wesentlich. Die Bewegungsangebote und Bewegungsspiele knüpfen an die Bewegungsfreude der Kinder an. Diese muss notfalls bei manchen Couchpotatos herausgekitzelt werden.

Grund dafür sind zahlreiche positive Auswirkungen, die genügend Bewegung nach sich zieht:

  • Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls
  • Zusammenhalt der Kindergartengruppe
  • Vermeidung von Unfällen
  • Verbessertes Körpergefühl
  • Nonverbale Kommunikation
  • Kondition und motorische Fähigkeiten

Kinder toben, springen und rennen – wenn ihnen der Raum hierfür gegeben wird. Im Innenbereich der Kita bieten sich hierfür extra Bewegungsräume an, bei denen die Kinder nicht durch Stühle und Tische in ihren Abläufen gestört werden und ausgiebig herumtollen dürfen. Im Umkehrschluss muss es aber auch genügend Kissen und Teppiche zum Entspannen und Relaxen geben.

Kinder brauchen Pausen, Auszeiten und Rückzugsorte im Kindergarten
Eine Auszeit nach dem Toben ist für Kinder sehr wichtig © NataliyaBack - Shutterstock

Im Außengelände oder im Wald eignen sich verschiedene Materialien und Gegenstände, um den Bewegungsdrang der Kinder gerecht zu werden. Dazu zählen zum Beispiel Kletterbäume sowie Spielgeräte, Tobeflächen und Hügel. Diese beanspruchen ganz unterschiedliche Bewegungen bei den Kindern, die so neue fein- aber auch grobmotorische Fähigkeiten kennenlernen oder bereits erworbene ausbauen. Unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten, wie Kies, Sand oder Beton bieten hier verschiedene Herausforderungen – sowohl für die Füße als auch für die Hände. Die Kinder müssen sich auf verschiedenen Untergründen mit ihren neu erworbenen Fähigkeiten bewähren.

Bewegungsförderung – wie gelangen Kinder zu mehr Bewegung?

Als Erzieherin oder Erzieher achten Sie darauf, dass sich die Kinder regelmäßig bewegen: Am besten durch unterschiedliche Aktivitäten, sodass jedes Kind einmal auf seine Kosten kommt. Ob Fußball, Turnen oder Schwimmen – viele Kindertageseinrichtungen bieten mindestens einmal in der Woche eine aufregende Sporteinheit an. Dies ist für viele Kinder das wöchentliche Highlight, ähnlich wie beim Sportunterricht in der Schule. Durch das Üben verschiedener Bewegungsabläufe können so gezielt verschiedene Körperregionen angesprochen werden.

Insbesondere Partner- oder Gruppenübungen machen den Kindern viel Spaß, da sie so mit den Gleichaltrigen beispielsweise um die Wette rennen können.

Weitere Ideen, die die Kinder motivieren, sich zu bewegen, sind:

  • Aufenthalt im Freien
  • Tanz- und Turnstunden
  • Barfußpfad und Balancierstation
  • Erkundungstouren und Ausflüge
  • Bewegungsgeschichten

Betreuer haben die verschiedensten Möglichkeiten, die Kinder in ihren Bewegungen zu fördern. Dabei werden nicht nur mit gezielten Übungen die Motorik der Kinder gefördert, sondern schaffen auch eine Basis für die weiteren Betreuungsangebote in der Kita. Durch sportliche Aktivitäten und ausreichende Bewegung im Alltag, geben Sie den Kindern einen Ausgleich. So können sich die Kinder besser konzentrieren – die optimale Grundlage zum Lernen.

Im Kindergarten und in der Kita geht es nicht nur um Spiel und Spaß, sondern auch um die Vermittlung von sozialen Kompetenzen und Wissen. Idealerweise werden alle Bausteine verbunden – wie bei Bewegungsspielen und Bewegungsgeschichten. Die gesamte Kita-Gruppe versammelt sich und die Kinder hören gemeinsam einer Geschichte zu. Hierbei wird die perfekte Balance aus ruhiger Konzentration und sportlicher Aktivität geschaffen.

Denn: Die Kinder werden dazu animiert, das Gehörte in Bewegungen umzusetzen und so die Geschichten individuell zu interpretieren. Egal ob ein spannender Feuerwehreinsatz, romantisches Prinzessinnenschloss oder fantastischer Besuch im Zirkus ­– es gibt jede Menge Materialien und Bewegungsgeschichten, passend zu jeder Gelegenheit.

Entspannung und Wohlbefinden: Eine Grundlage schaffen

Neben der Bewegung spielt auch die richtige Haltung eine wichtige Rolle. Das Geradesitzen am Tisch hat nicht nur etwas mit den Tischmanieren zu tun, sondern beugt auch späteren Fehlhaltungen und Rückenschmerzen vor. Hier heißt es für Betreuer: Balance halten. Achten Sie als Erzieher darauf, dass die Kinder lernen, gerade zu sitzen. Dennoch dürfen die Bewegungsmöglichkeiten der Kinder nicht eingeschränkt werden. Dies beginnt schon bei der falschen Kleidung. Zu große, zu kleine oder einfach unbequeme Oberteile und Hosen hindern die Kinder daran, ausgiebig zu toben und herumzutollen.

Neben dem aufregenden Spiel und Spaß sind Ruhe und Entspannung ebenso wichtig. Jeder braucht einmal eine Pause zum Durchschnaufen und Energie tanken. Hierfür eignen sich auch psychomotorische Angebote oder Massagen, die den Kindern zugleich auch noch ein neues Körpergefühl vermitteln. Zudem bieten sie die Möglichkeit, sich mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen – eine interessante Kombination.

Bildungsbereich Ernährung: Essen mit allen Sinnen

Für einen gesunden Körper ist nicht nur ausreichend Bewegung entscheidend, sondern auch eine ausgewogene Ernährung. Diese hat einen wesentlichen Einfluss auf die körperliche wie auch geistige Entwicklung eines Menschen, gerade in den ersten Lebensjahren. Deshalb ist es umso wichtiger, auf die gesunde Ernährung der Kinder zu achten.

Gerade bei Über- oder Untergewicht eines Kindes ist ein Gespräch mit den jeweiligen Eltern wichtig. Die Kinder sollten immer ausreichend essen, jedoch keine Lebensmittel bei anderen erbetteln. Sobald Ihnen Auffälligkeiten im Essverhalten eines Kindes auffallen, ist es sinnvoll, mit den Eltern in Kontakt zu treten.

Der Ton macht die Musik: Den richtigen Umgang mit Essen vermitteln

In der Praxis bieten Sie den Kindern in der Kindertageseinrichtung idealerweise eine abwechslungsreiche und gesunde Nahrung an. Die Mahlzeiten sollten reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sein. Besonders das Mittagessen steht hier im Fokus. Das liegt vor allem daran, dass viele Kinder bereits zu Hause frühstücken, wodurch nicht alle an der morgendlichen Mahlzeit teilnehmen. Dennoch können Sie den Kindern im Zuge des Frühstücks oder der Obstpausen vermitteln, wie wichtig Obst und Gemüse für den Körper sind.

Dabei ist es aber ratsam, Süßigkeiten nicht generell zu verteufeln. Süße Leckereien bilden eine Ausnahme im Speiseplan und sollten nur in Maßen gegessen werden. Generell gilt: Essen sollte niemals mit Zwang oder Verboten verbunden sein. Dies hat in der Regel negative Auswirkungen auf das Kind. Es wird sich entsprechend andere Möglichkeiten suchen, die „verbotenen“ Süßigkeiten zu essen.

Essen und Trinken sind zudem meistens mit kulturellen Vorlieben verbunden. Die Gewohnheiten werden häufig in der Familie geprägt, sodass jedes Kind individuelle Präferenzen beim Essen hat. Da heißt es: Durchhalten und am Ball bleiben! Sie sollten zwar auf die Essgewohnheiten eingehen und sie auch respektieren, jedoch den Kindern auch Alternativen aufzeigen und sie motivieren, Neues zu probieren. Geben Sie den Kindern neue Lebensmittel ruhig erst einmal nur in die Hände. Das Tasten spielt besonders in den ersten Lebensjahren eine wichtige Rolle.

Mahlzeiten werden meistens in sozialen Situationen eingenommen. Man sitzt zusammen am Tisch und spricht miteinander. Kinder lernen dabei stets in Beziehungen und sehen in Ihnen ein Vorbild. Wenn Sie sich am Essenstisch richtig verhalten und Wert auf die Tischetikette legen, werden es Ihnen die meisten Kinder nachmachen. Um dies zu erleichtern, schaffen Sie am besten bei jeder Mahlzeit eine ruhige und entspannte Atmosphäre. So können sich die Kinder besser auf das Essen konzentrieren. Zudem lernen sie ganz nebenbei die eigenständige Handhabung des Bestecks.

Gemeinsam Kochen: Mitmachen fördert das Gesundheitsverständnis

In der Kita geht es nicht nur alleine darum, den Kindern gesunde Mahlzeiten zu servieren, sondern das Thema gesunde Ernährung auch theoretisch zu vermitteln. So können Sie selbst den kleinsten Kindern die Zusammenhänge zwischen dem Essen und dem eigenen Körper verdeutlichen. Dies geschieht am einfachsten, wenn Sie die Mahlzeiten zusammen mit den Kindern zubereiten. So setzen sich die Kids während des Kochens mit den verschiedenen Lebensmitteln auseinander und lernen den Umgang damit. Es gibt zahlreiche Rezepte für Kinder, die sich für das gemeinsame Kochen in der Kita eignen. Achten Sie darauf, dass diese weder zu kompliziert noch zu ausgefallen sind.

Gemeinsam kochen heißt nicht nur, die Speisen zusammen zuzubereiten. Die Kinder haben auch Freude daran, am Essensplan mitzuwirken, eigene Vorlieben zu entdecken und bei Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Dies fördert auch die sozialen Kompetenzen des Kindes. Das Gleiche gilt für das gemeinsame Einkaufen der Lebensmittel in Kleingruppen. Dabei kommt auch gleich der Faktor Bewegung ins Spiel: Bei einem schönen Spaziergang entdecken die Kinder ihre Umwelt. Ein Punkt, an dem man sieht, wie eng die einzelnen Themen im Bildungsbereich Körper, Bewegung und Gesundheit Hand in Hand gehen und sich gegenseitig beeinflussen.

Eine weitere tolle Idee, wenn die Kita über ein großes Außengelände verfügt: Bauen sie doch gemeinsam verschiedene Lebensmittel an. Ob Beeren, Salat oder Tomaten – selbst angebautes und geerntetes Obst und Gemüse schmeckt nicht nur besser, sondern ist auch gesünder. Man weiß eben, wo es herkommt. Das wird auch die Eltern begeistern und vielleicht sogar motivieren, auch zu Hause eigenes Gemüse zu kultivieren.

Redaktion Prokita-Portal


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