Reigenspiele – Fröhlicher Spaß im Kreis

Reigenspiele sind echte Klassiker: Bereits seit Generationen sind die Kreisspiele fester Bestandteil im Kita-Alltag. Und mit einem Reigenspiel geht seit jeher auch jede Menge Musik- und Freizeitspaß einher. Noch heute sind die Reigen und andere Kreisspiele im Kindergarten eine beliebte Beschäftigung. Die Kombination aus Spiel, Gesang und Bewegung bereitet den Kindern jede Menge Freude und schult ganz nebenbei ihr Körper- und Rhythmusgefühl. Durch den Einsatz von rhythmischen Klatschspielen, ein toller Spielespaß für altersgemischte und gleichaltrige Kinder – ganz ohne Arbeitsmaterial!

Reigenspiele: Was ist das eigentlich?

Für die Reigen existieren viele verschiedene Spielarten. Doch alle haben eine Sache gemein: Die Spiele finden immer im Kreis statt. Meistens singt die Gruppe dazu eingängige Lieder, wie zum Beispiel Begrüßungslieder, die schon die Kleinsten verinnerlichen können. Passend zum Gesang oder der Musik führen die Kinder beim Reigen Rollenspiele aus oder ahmen bestimmte Bewegungen nach. Und hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Gerade das macht die Singspiele so spannend und abwechslungsreich.

Aber Reigenspiele sorgen nicht nur für jede Menge Spaß. Sie fördern aktiv verschiedene Bildungsbereiche und Entwicklungsziele der Kinder. Beim Singen stärken die Kinder ihre Sprache. Gleichzeitig fördern sie durch die zielgerichtete Bewegung auch ihre motorischen Fähigkeiten und das Rhythmusgefühl. Keine Frage: Reigen- und Kreisspiele, die häufig auch Handgestenspiele genannt werden, sind wahre Alleskönner im Kindergarten.

Vorteile der Reigenspiele im Kindergarten

Das altbekannte Kinderspiel ist nicht nur bei den Jungen und Mädchen beliebt. Auch viele Erzieherinnen und Erzieher setzen die Reigenspiele, ebenso wie Bewegungsspiele, gerne gezielt ein. Denn die simplen Bewegungsspiele erfordern weder Arbeitsmaterial, noch eine aufwendige Vorbereitung. Vorab müssen die Erzieher der Gruppe nur den Text und die Spielregeln erklären – schon kann es losgehen.

Auch die Kreisform, in der das Spiel stattfindet, hat viele (pädagogische) Vorteile. Alle Plätze der Runde sind gleichwertig. Somit fühlt sich kein Mitspieler benachteiligt oder gar ausgeschlossen. Deshalb lassen sich die Kreisspiele auch gezielt einsetzen, um neue oder schüchterne Kinder in eine bestehende Gruppe zu integrieren. Wenn sich im Kreis alle gegenüberstehen, haben alle Mitspieler die Möglichkeit, Augenkontakt zu halten. Das steigert die Vertrautheit und kann dabei helfen, die Beziehungen innerhalb einer altersgemischten Kindergartengruppe zu verbessern.

Spielkreis im Kindergarten, Kinderspiele für alle, Reigenspiele in der Kita
In einem Spielkreis werden alle Kinder mit einbezogen © Lysikova Irina - Shutterstock

Ebenso fällt der Wettkampfcharakter, den viele andere Spielarten in sich tragen, komplett weg. Ziel ist es, gemeinsam Spaß zu haben. Es gibt weder einen Gewinner noch einen Verlierer. Auch dies ist förderlich, wenn es darum geht, Rivalitäten zwischen den Kindern zu beseitigen. Sie erleben sich beim Reigen als Einheit und müssen keine Angst vor dem Versagen haben. Das unterscheidet das Reigenspiel von klassischen Bewegungsspielen, wie „Fangen“ oder „Verstecken“.

Zudem fungieren die Reigenspiele auch als spielerisches Gedächtnistraining. Während der wiederholten Durchläufe lernen die Kinder ganz nebenbei den Text und die dazugehörige Bewegung. Nach einigen Spielrunden zeigen die Kinder oft selbst den Eltern zu Hause, was sie im Kindergarten Neues gelernt haben. So tragen die Singspiele auch zur kognitiven Entwicklung und Musikförderung der Kinder bei. Außerdem lassen sich die thematischen Inhalte der Spiele zum Beispiel auch an den Jahreslauf anpassen. Die Kinder lernen ganz nebenbei etwas über Jahreszeiten – und das auch noch mit viel Spaß.

Reigenspiele: Klassiker aus dem letzten Jahrhundert

Die modernen Kreisspiele basieren alle auf dem Prinzip der schon viele Jahrzehnte alten Reigenspiele. Diese wurden von Generation zu Generation weitergegeben und sind noch heute weit verbreitet.

Hinweis: Sowohl Waldorfkindergärten als auch Kitas, Kinderhäuser und kirchliche Einrichtungen setzen auf den Spielespaß im Kreis.

Der Plumpsack

Der Aufbau dieses Spiels ist sehr bekannt und heute zum Teil unter anderem Namen („Der Fuchs geht um“) bekannt. Hier stellt sich die Gruppe in einen Kreis auf. Ein Gruppenmitglied muss den Kreis verlassen, um der erste Plumpsack-Träger zu sein. Um die Auswahl fairer zu gestalten sollten die Erwachsenen Abzählreime vorschlagen. Somit hat das ausgewählte Kind nicht das Gefühl, gezielt als Außenseiter der Gruppe dazustehen.

Der symbolische Plumpsack ist entweder ein zusammengeknülltes Papier oder ein Tuch. Das Arbeitsmaterial bleibt also überschaubar. Während man die Lieder singt, läuft das ausgewählte Kind um den Kreis herum. Die anderen dürfen sich währenddessen nicht umdrehen. Bei einem Mitspieler seiner Wahl lässt der Plumpsack-Träger nun das Tuch fallen. Merkt das im Kreis stehende Kind, dass das Tuch hinter ihm liegt, muss es die Verfolgung aufnehmen. Wer den Kreis zuletzt umrundet, ist in der nächsten Runde der Plumpsack-Träger.

Der dazugehörige Text für das Singspiel lautet wie folgt:

„Dreht euch nicht um,
denn der Plumpsack geht herum.
Wer sich umdreht oder lacht,
kriegt den Buckel schwarz gemacht.“

Heutzutage ist dieselbe Spielidee auch unter dem Namen „Der Fuchs geht um“ bekannt. Das Vorgehen ist hierbei gleich. Lediglich die gesungenen Lieder unterscheiden sich.

Der Text für die neuere Variante lautet wie folgt:

„Der Fuchs geht um,

der Fuchs geht um.

Wer sich umsieht oder lacht,

kriegt den Buckel blau gemacht!“

Ringel, Ringel, Reihe

Dieses Reigenspiel basiert auf dem Klassiker „Ringel, Ringel, Rose“. Auch hier kombiniert man verschiedene Bewegungsabfolgen miteinander. Zum einen halten sich die Kinder an der Hand, während sie singen und im Kreis laufen. Am Ende jeder Strophe müssen sich alle hinsetzen.

Ursprünglich wurden folgende Sprüche aufgesagt:

„Ringel, Ringel, Rose,
Butter in der Dose,
Schmalz in den Kasten,
morgen woll'n wir fasten,
übermorgen Lämmlein schlachten,
das soll machen: Mäh, mäh, mäh.“

Da der Text von diesem Kinderspiel nicht mehr ganz zeitgemäß ist, ist er im Kindergarten heute nicht mehr weitverbreitet.

Erzieherinnen und Erzieher wählen bevorzugt das folgende Lied:

„Ringel, Ringel, Reihe,

sind der Kinder dreie,

sitzen unter'm Hollerbusch,

machen alle husch, husch, husch.

Ringel, Ringel, Rosen,

gelbe Aprikosen,

Veilchen blau, Vergissmeinnicht,

alle Kinder setzen sich.“

Für das Singspiel „Ringel, Ringel, Reihe“ teilt man die Kinder in Dreier-Gruppen auf, die zusammen kleine Kreise bilden sollen. Hierbei ist es egal, ob es sich um eine altersgemischte Gruppe handelt oder ob die Kinder alle gleich alt sind.

Weitere Ideen für ein Kreisspiel

Neben diesen Spieleklassikern gibt es aber noch viele weitere Beispiele für Kreisspiele, die den Alltag im Kindergarten auflockern. Dabei schlüpfen die Kinder oft in die Rolle von wilden Tieren. Auf diese Art und Weise regt das Spiel die Fantasie der Kinder an.

Mein rechter Platz ist leer

Auch dieses Spiel ist schon seit Jahren vielen Erzieherinnen und Erziehern ein Begriff – meist noch aus der eigenen Kindheit. Hier sitzen die Kinder im Stuhlkreis. In diesem steht ein Stuhl zu viel. Das Kind, welches links vom leeren Stuhl sitzt, beginnt und sagt: „Mein rechter, rechter Platz ist leer. Da wünsche ich mir den/die (Namen) her.“ Das aufgerufene Kind erwidert: „Als was soll ich kommen?“. Der erste Spieler darf seiner Fantasie nun freien Lauf lassen und sich ein beliebiges Tier ausdenken. Dieses muss der andere nun nachmachen und auf diese Weise zum leeren Stuhl laufen. Nun geht es wieder links neben dem frei gewordenen Stuhl weiter.

Stuhlkreisspiele zum Kennenlernen
Ein beliebtes Spiel um neue Kinder namentlich kennenzulernen © Monkey Business Images - Shutterstock

Es gibt viele Ideen, die dieses altbekannte Spiel etwas abwechslungsreicher gestalten. So ist es auch möglich, das Kinderspiel zum Beispiel mit dem Kennenlernen geometrischer Formen zu verbinden. Um die pädagogische Arbeit spielerisch zu meistern, erhalten alle Kinder bunte Formen, die sie auf ihr Oberteil kleben. Dabei ist jede Kombination an Farbe und Form einmalig. Es gibt also zum Beispiel nur einen roten Kreis und ein grünes Viereck. Anstelle der Namen müssen die Kinder nun die Formen des Spielpartners nennen. Ganz nebenbei stärkt man so das Wissen im Bereich der geometrischen Formen und legt die Basis für ein mathematisches Grundverständnis.

Armer schwarzer Kater

Auch bei diesem Spiel sitzen alle Kinder im Kreis. Durch Abzählreime wird nun wieder ein Mitspieler bestimmt, der zuerst in die Mitte des Kreises muss. Dieser ist der schwarze Kater. Dementsprechend müssen sich die Kinder auch auf allen Vieren fortbewegen und Miauen wie eine Katze. Nähert sich der Kater einem anderen Kind muss dieses sagen „Armer schwarzer Kater!“.

Der Spieler, der den Kater spielt, hat nun die Aufgabe, sein Gegenüber zum Lachen zu bringen. Erlaubt ist dabei alles, was zum Verhalten einer Katze gehört. Miauen, Fauchen und Anschmiegen sind Mittel, denen sich der schwarze Kater bedienen darf. Lacht das andere Kind, muss es in die Mitte und die Rolle des Schauspielers übernehmen. Schafft es der schwarze Kater nicht, seinen Spielpartner zum Lachen zu bringen, muss er es bei einem anderen Kind versuchen. Dieses Spiel sorgt garantiert für eine ausgelassene Stimmung im Kindergarten – unabhängig vom Alter der Spieler.

Alle Vögel fliegen hoch

Mit diesem Spiel trainiert man nicht nur die Reaktionsgeschwindigkeit der Jungen und Mädchen, sondern vermittelt zeitgleich auch noch Wissen über die Tierwelt. Der Sinn dieses Kreisspiels ist es nämlich, die Hände nur hochzuheben, wenn ein flugfähiges Tier genannt wird. Ein Kind darf als Ansager beginnen und sagt: „Alle Vögel fliegen hoch: Alle (beliebiges Tier, zum Beispiel Raben) fliegen hoch!“.

Das Gemeine: Der Ansager hebt bei jedem Tier die Hände, um die Mitspieler zu verwirren. Je nachdem, für welche Spielregeln man sich entscheidet, wird ein Kind, das fälschlicherweise die Hände hebt zum neuen Ansager oder scheidet für diese Runde aus dem Spiel aus. Die Kinder müssen sich also in Geduld üben und daran denken, die Hände nicht sofort hochzureißen. Zuerst sollten sie darüber nachdenken, ob das genannte Tier fliegen kann oder nicht.

Obstsalat

Weitere Spielideen bietet das Spiel Obstsalat. Dieses eignet sich vor allem, um ein Gespräch über Ernährung spaßig abzurunden. Je nach Größe der Gruppe legen die Erwachsenen eine feste Anzahl an Obst fest. Weisen Sie nun die Kinder in gleichgroßen Gruppen den Früchten zu. Konkret heißt das: Für eine Gruppe von sechs Spielern wählt man zum Beispiel drei Obstsorten. Dann gibt es zwei Bananen, zwei Äpfel und zwei Pflaumen.

Für Kinder in einem Alter von weniger als vier Jahren bietet es sich an, Umhängeschilder zu gestalten, damit sie das jeweilige Obst leichter visualisieren können. Nun ruft die Erzieherin oder der Erzieher verschiedene Kombinationen an Obst. Die aufgerufenen Kinder müssen nun schnell sein und die Plätze tauschen. Bei dem Ausruf „Obstsalat!“ müssen alle Mitspieler durcheinanderlaufen und einen neuen Platz suchen. Durch diese Bewegungsspiele bringen Sie die Gruppe in Schwung.

Fingerspiel: Bewegungsspiele mit den Fingern

Noch mehr Spielideen für die Runde im Kreis kommen aus dem Bereich der Fingerspiele. Diese fördern neben der Sprache und Kognition ebenfalls die Motorik der Kinder. Die gesungenen Lieder begleitet die Gruppe beim Fingerspiel mit den Händen und spielt so die Geschichte nach. Thematisch ist der Einsatz der Handgestenspiele nahezu unbegrenzt. Egal ob zu den Jahreszeiten, zur Tierwelt oder zu einem anderen Thema – es gibt für jeden Anlass ein passendes Spiel!

Damit die Kinder Spaß mit dem Fingerspiel haben, sollten Erzieherinnen und Erzieher die Lieder zuerst vormachen. Die Kinder wollen die gesehenen Handgesten auf jeden Fall nachmachen. Besprechen Sie mit den Kindern Vers für Vers, damit sie sich die Bewegungsabfolge merken. Zudem sollten Sie auch während der Durchgänge für die Kinder gut sichtbar stehen, damit sich die Gruppe an Ihren Bewegungen orientieren kann.

Das kleine Kasperlhaus

Ich hab’ ein kleines Kasperlhaus,
zum Fenster schaut der Kasperl ‘raus.
[Mit den Händen ein Dach formen, durchschauen]

Da kommt das böse Krokodil,
das meinen Kasperl fressen will!
[Eine Hand auf und zu klappen und nach dem Kind schnappen]

Der Kasperl wird vor Schreck ganz blass
und verschwindt’ in einem Fass.
[Mit einer Hand ein „Fass" formen, den Zeigefinger der anderen Hand hineinstecken]

Das Krokodil schaut hin und her
und findt’ keinen Kasperl mehr!
[Mit einer Hand das Krokodilmaul bilden und hin und her drehen, Schulterzucken]

Oben auf des Berges Spitze

Oben auf des Berges Spitze
sitzt ein Zwerg mit seiner Mütze.
[Mit einem Finger nach oben zeigen; mit beiden Händen eine Zipfelmütze über dem Kopf bilden]

Wackelt hin und wackelt her,
lacht ganz laut und freut sich sehr.
[Mit dem Handdach über dem Kopf wackeln; lachen]

Reibt sich seine Hände,
klopft auf seinen Bauch,
und stampft mit den Füßen,
klatschen kann er auch!
Fasst sich an die Nase
und springt froh herum,
hüpft dann wie ein Hase,
plötzlich fällt er um.
[Bewegungen entsprechend dem Text]

Redaktion Prokita-Portal


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