Sprachförderung in Kindergarten und Kita

Die Sprachförderung der Kinder gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines Kindergartens, denn die sprachlichen Fähigkeiten werden sich maßgeblich auf ihre Zukunft als Jugendlicher und spätere Erwachsene auswirken. Sprachspiele für Kinder zur Sprachentwicklung in allen Variationen sind daher ein wichtiges Element.

Die Bedeutung von Sprache für Kinder 

Sprachliche Bildung versetzt Kinder nicht nur in die Lage, ihre individuelle Befindlichkeit auszudrücken. Personen und Gegenstände werden im wahrsten Sinne des Wortes „begreiflich“, wenn sie sich zu sprachlichen Begriffen wandeln. So macht sich das Kind die Welt nicht nur motorisch, sondern auch sprachlich zu eigen. Das sind die Grundlagen der Intelligenzentwicklung: Handeln, Begreifen, Sprechen und Denken. Somit ist Sprache ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Persönlichkeit. Dazu ist die sichere Beherrschung der Sprache eine wichtige Qualifikation für die Schulfähigkeit. Sie ist maßgeblich mitverantwortliche für den Erfolg von den Bildungsbereichen und Entwicklungszielen sowie gesellschaftlicher Integration. Die Rolle der Förderung des Spracherwerbs der Kinder ist somit kaum zu überschätzen. Die Ansatzpunkte sind:

Sprachförderung für Kinder in der Kita, sprachliche Entwicklung für Vorschulkinder
Ein sicherer Umgang in der Sprache ist für Kinder sehr wichtig, damit sie einen guten Grundstein für die Schule haben © realpeople . Shutterstock

Sprachförderung für Kinder konkret 

Der Spracherwerb der Kinder kann implizit durch alltägliche Kommunikation und Angebote oder explizit mit eigens dafür bestimmten Methoden gefördert werden. Im Normalfall spielt die implizite Förderung die weit größere Rolle. Moderne Sprachförderansätze verbinden aber auch alltagsintegrierte Sprachförderung und spezielle Fördermaßnahmen miteinander. Sprachförderung sollte in jedem Fall ganzheitlich erfolgen. Es geht also nicht nur ums Sprechen und Hören, sondern auch um Bewegung, Neugierde, Basteln usw. Die Grundbausteine der Sprachförderung sind:

  • Wortschatzerweiterung: Diese können Sie in Angeboten üben, in denen Sie neue Wörter einführen. Besuchen Sie z. B. die Feuerwehr, können Sie sich vorher Begriffe überlegen, die Sie bei dieser Gelegenheit einführen wollen, wie „Blaulicht“, „Schlauch“, „löschen“ etc.
  • Satzbildungsfähigkeit: Diese üben Sie am besten in der Kommunikation mit dem Kind. Lassen Sie das Kind z. B. etwas berichten oder erklären. Beim Basteln können Sie es bitten, zu erzählen, was es gerade tut. Hilfreich für diesen Bereich sind auch Kinderreime oder Lieder. Sie helfen den Kindern, Satzmuster zu erlernen und sie auch an anderer Stelle einzusetzen.
  • kommunikative Kompetenz: Dies meint die Fähigkeit, Sprache sinnvoll einzusetzen. Sie können das gut im sozialen Rollenspiel üben. Spielen Sie etwa in einem Kaufladen mit oder verändern Sie ein eher stilles Spiel in der Küche in ein Rollenspiel im Restaurant.

Tipps für Spiele zur alltäglichen Sprachförderung im Kindergarten 

  • Grundvoraussetzung für jedes Lernen ist eine angstfreie, freundliche Atmosphäre.
  • Lassen Sie die Kinder möglichst viel selbst sprechen. Ermutigen Sie sie zur Kommunikation.
  • Finden Sie Raum für alle Kinder: Für die sprachlich gut entwickelten Kinder, aber auch für Kinder die Sprachdefizite haben oder mehrsprachig aufwachsen.
  • Schaffen Sie Sprachbildungssituationen, wie das Vorlesen und Anschauen von Bilderbüchern, Singen, Fingerspielen und Aufsagen von Gedichten zur Sprachförderung. Sie können die Kinder auch im Stuhlkreis erzählen lassen oder tatsächliche Sprachlernspiele einüben.
  • Nutzen Sie darüber hinaus jede Gelegenheit, insbesondere auch Bewegungsspiele, zur Kommunikation. Dadurch fällt den Kindern die Aufmerksamkeit leichter.

Sprachförderung dokumentieren: Die Lerngeschichte

Sprachförderung ist in der Kita essenziell und lässt sich durch vielerlei Spiele hervorragend in den Alltag integrieren. Nicht zuletzt für das Entwicklungsgespräch, das mindestens einmal pro Jahr ansteht, ist auch die Dokumentation der Sprachförderung von Relevanz. Häufig wird die individuelle Entwicklung der kindlichen Kompetenzen als Lerngeschichte bezeichnet.

Jedes Kind hat eine eigene Lerngeschichte – entsprechend seiner individuellen Stärken und Schwächen. Wie der Name bereits andeutet, dokumentiert die Lerngeschichte eine Entwicklung und nicht ausschließlich den Status quo.

Wichtig ist es deshalb, die Kinder immer wieder zu beobachten, diese Beobachtungen schriftlich festzuhalten und mit Kolleginnen und Kollegen zu analysieren. Das Konzept der Lerngeschichte eignet sich nicht nur für die Dokumentation der Sprachförderung. Auch der Erwerb von motorischen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten lässt sich durch Lerngeschichten evolutorisch gut abbilden.

Autorin: Miriam Dovermann


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