Fingerspiele für U3 Kinder: Ideen für die Kleinsten

Der Alltag in der Kita ist mehr als abwechslungsreich: Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern erkunden die Kinder die Welt um sie herum. Sie eignen sich neues Wissen an und erweitern ihre Fähigkeiten. Das passiert beim Geschichtenerzählen in der Gruppe, aber auch auf Ausflügen oder beim gemeinsamen Spielen. Fingerspiele gelten dabei als besonders vielfältig, da sie die Vermittlung von Wissen und körperliche Betätigung verbinden. Zusätzlich lassen sich Handgestenspiele gut an besondere Anlässe, die aktuelle Jahreszeit oder bestimmte Ereignisse anpassen. So ergibt sich ein buntes und stimmiges Programm, das den Kindern großen Spaß bereitet.

Kreative Aktivitäten für die Kita

Jeden Tag stehen in der Kita andere Aktivitäten auf dem Programm: Je nach anstehenden Ereignissen und aktuellen Themen werden im Haus verschiedene Aktionen und Programme durchgeführt. Mal gehen die Kinder mit den pädagogischen Fachkräften in die Natur, um dort die Geschehnisse aus der Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden. Mal werden passende Bastelprojekte umgesetzt. So fertigen die Kinder zum Beispiel vor Weihnachten schöne winterliche Dekoration an. Vor dem Mutter- und Vatertag stehen hingegen kleine Geschenke auf dem Kreativitätsplan.

Als Erzieherin oder Erzieher unterstützen Sie die Kinder bei den Aktivitäten. Sie zeigen ihnen, wie sich die Projekte umsetzen lassen, und leiten die Gruppe an. Als Fachkraft sind Sie außerdem dafür zuständig, die Kinder in ihrer Entwicklung weiterzubringen. Dazu gehört auch die Förderung der Sprache. In der Interaktion mit Ihnen und mit anderen Kindern lernen sie, sich auszudrücken. Sie erweitern ihren Wortschatz und auch ihr Repertoire an Satzgefügen.

Durch Fingerspiele im Kindergarten können Sie die Sprachförderung auf eine kreative Art und Weise umsetzen. Gerade wenn die Kinder selbst aktiv werden, prägen sich neue Informationen besonders gut ein. Wörter und Sätze werden bei Handgestenspielen mit Bewegungen verbunden. Diese Verknüpfung hilft insbesondere den U3-Kindern dabei, ihren Wortschatz zu erweitern.

Fingerspiele für Kinder unter drei Jahren

Sprache ist ein wichtiger Entwicklungsbereich – nicht nur im Hinblick auf den späteren schulischen Werdegang der Kinder. Als Grundlage für jegliche Kommunikation ist die Sprache für jeden Menschen eine essenzielle Fertigkeit. Aus diesem Grund spielt Sprachförderung bereits in jungen Jahren eine wichtige Rolle. Kinder sollten im Kindergartenalter auf eine möglichst vielfältige Art und Weise in Kontakt mit Sprache kommen.

Um Kindern Sprache näherzubringen, können Sie ihnen Geschichten vorlesen oder Rollenspiele umsetzen. Regen Sie die Interaktion unter den Kindern an. Im Austausch mit Gleichaltrigen und mit Erwachsenen üben die Kinder, zu sprechen und lernen, ihren Wortschatz auszubauen. Kinder unter drei Jahren saugen neue Wörter und Ausdrucksweisen förmlich in sich auf. Das können Sie sich zunutze machen.

Fingerspiel U3: Mama, Papa und ich

Fingerspiele für U3 Kinder im Kindergarten
Infografik Das Fingerspiel "Mama, Papa und ich" ist perfekt für U3 Kinder © Prokita-Portal

Das Fingerspiel „Mama, Papa und ich“ kann sowohl als Inspiration für eigene Fingerspiel-Projekte dienen als auch direkt nach Anleitung umgesetzt werden. Durch den Inhalt des Handgestenspiels können Kinder gerade in der Eingewöhnungsphase in der Kita getröstet und emotional unterstützt werden.

Fingerspiele können gezielte Übungen vermitteln
Mit Fingerspiel können gezielte Übungen getätigt werden © Sergey Novikov - Shutterstock

Vorbereitung und Kontext

Das Fingerspiel wird keinem konkreten Anlass zugeordnet. Es dient vielmehr dazu, das Wohlbefinden der Mädchen und Jungen zu steigern. Außerdem wird durch die Übung die sprachliche Entwicklung der Kinder vorangetrieben. Was bedeuten die Eltern für die Kinder? Wie können sie am besten lernen, erste Schritte allein zu wagen? Erzieherinnen und Erzieher zeigen den Kindern, dass sie sie gut verstehen. Die Kinder fühlen sich durch das Fingerspiel verstanden und können sich besser auf die neue Situation im Kindergarten einlassen.

Für die Umsetzung benötigen Sie lediglich einen schwarzen Schminkstift. Mit dem Stift malen Sie auf die Fingerkuppen des kleinen Fingers, des Zeigefingers und des Daumens jeweils ein lachendes Gesicht auf. Anschließend kann es losgehen. Versammeln Sie sich mit den Kleinkindern in einem Sitzkreis auf dem Boden.

Text und Bewegung

Dann sprechen Sie den Text aus der linken Spalte und führen die Bewegungen dazu aus der rechten Spalte aus.

Text:Bewegung zum Text:
Papa nun wach doch bitte endlich auf.Mit einer Hand sanft auf den Daumen der anderen Hand klopfen.
Da bist du ja! Ich komme mal zu dir rauf.Den Daumen ausstrecken. Dann mit dem kleinen Finger dieser Hand den Daumen antippen.
Wo ist Mama? Arbeitet sie noch? Ich vermiss sie ja doch!Den kleinen Finger abspreizen und hin und her bewegen.
Liebes Kind, hier bin ich. War noch einkaufen. Dachte, dass schaff ich noch.Den Zeigefinger ausstrecken. Anschließend Zeige- und kleinen Fingern gegeneinander legen.
Endlich seid ihr beide da. Ab und zu vermisse ich euch ja.Kleinen Finger, Zeigefinger und Daumen ausstrecken und mit dem kleinen Finger wackeln.

Das Fingerspiel kann je nach Belieben variiert werden. Prinzipiell sind Sie in der Durchführung der Fingerspiele im Kindergarten flexibel und können die Übungen unter anderem auch im Schwierigkeitsgrad an das Können der Kinder anpassen. Für das Fingerspiel „Mama, Papa und ich“ lassen sich zum Beispiel anstelle von „Mama“ und „Papa“ auch individuell die Namen der jeweiligen Bezugspersonen einsetzen.

Variation und Erweiterung

Vielleicht möchten Sie das Konzept der Familie in ein neues Fingerspiel aufnehmen? In ein Handgestenspiel kann grundsätzlich die ganze Hand oder sogar beide Hände eingebunden werden. Wie wäre es daher mit einer Variation der zehn Zappelmänner?

Die Kinder können mit ihren Fingerlein entweder ihre eigene Familie darstellen oder eine Fantasie-Familie erfinden. Den meisten Mädchen und Jungen sind die Namen Himpelchen und Pimpelchen für ihre beiden Daumen bereits aus anderen Fingerspielen bekannt.

Himpelchen und Pimpelchen können in einem neuen Fingerspiel durch eine ganze Familie ergänzt werden. Diese stellt beispielsweise die Familie der zehn Zappelmänner dar. Den Kindern macht es großen Spaß, die Bewegungen ihrer Finger mit Reimen zu begleiten.

Eichhörnchen Klaus: Einfache Fingerspiele für Kleinkinder

Neue Erfahrungen und Projekte warten auf die Kinder nicht nur drinnen in der Kita. Auch draußen in der Natur gibt es einiges zu entdecken. Für die Mädchen und Jungen ist spannend, Pflanzen und Tiere zu erforschen und näher kennenzulernen. Um den Kleinen auf ihren Erkundungstouren gleichzeitig auch sprachliche Fertigkeiten zu vermitteln, können Sie passende Fingerspiele im Kindergarten durchführen.

Vorbereitung und Kontext

Mit dem Fingerspiel „Eichhörnchen Klaus“ geben Sie den Kindern einen kleinen Einblick in das Leben der Tiere im Wald. Sie erweitern mit diesem Fingerspiel in erster Linie den Wortschatz der Kleinkinder. Außerdem erhalten die Kleinen erstes Sachwissen zum Thema „Eichhörnchen“. Sie lernen, was ein Eichhörnchen tut und wie das Tier aussieht. Anhand einer selbst gebastelten Handpuppe funktioniert das besonders gut.

Für die Anfertigung und die Umsetzung benötigen Sie:

  • braunen Fingerhandschuh
  • schwarzen Edding
  • braunen Pfeifenputzer
  • Tacker
  • circa 20 cm einer braunen Federboa (vielleicht hat ein Elternteil einen Kostümfundus)
  • zwei braune Dreiecke aus Papier, Seitenlänge ca. 2 cm
  • zwei Walnüsse und zwei Eicheln

Biegen Sie den braunen Pfeifenputzer zu einem „U“ und tackern Sie die beiden Enden am Rand des Handschuhs (dort wo Ihr Handgelenk ist) an der Oberseite fest. Daran befestigen Sie die braune Federboa ebenfalls mit dem Tacker als Schwanz.

Dort, wo Ihre Fingermittelgelenke des Zeige- und des Mittelfingers sind, malen Sie mit dem Edding zwei Augen auf. Wenn Sie dann Daumenkuppe mit Zeigefinger- und Mittelfingerkuppe zusammenlegen, malen Sie dort, wo alle 3 Finger aufeinandertreffen, den Mund des Eichhörnchens auf. Oberhalb der aufgemalten Augen tackern Sie die braunen Dreiecke als Ohren an.

Text und Bewegung

So wirds gemacht: Setzen Sie sich im Schneidersitz auf den Boden. Breiten Sie die Nüsse und Eicheln vor sich auf dem Boden aus. Streifen Sie den „Eichhörnchenhandschuh“ über und laden Sie die Kleinkinder dazu ein, sich zu Ihnen zu setzen. Sprechen Sie anschließend die Reime aus der linken Spalte und führen die Bewegungen aus der rechten Spalte dazu aus.

Text:Bewegungen zum Text:
Das ist unser Eichhörnchen mit Namen Klaus.Winken Sie mit Ihrer „Eichhörnchenhand“.
Sehr flauschig sieht sein Schwänzchen aus.Streicheln Sie mit der freien Hand über den buschigen Schwanz.
Sein Fell ist braun und glatt,Streicheln Sie mit der freien Hand über den Handschuh/den Eichhörnchenkörper.
damit es auf Bäumen eine gute Tarnung hat.Deuten Sie nach draußen. Bestenfalls auf einen Baum.
Jetzt im Herbst hat Klaus sehr viel zu tun,Bewegen Sie das Eichhörnchen emsig hin und her.
keine Zeit, sich auszuruhen.Strecken Sie den Zeigefinger der linken Hand aus und bewegen Sie ihn von rechts nach links.
Geschickt hüpft er von Ast zu Ast,Hüpfen Sie mit Ihrer Eichhörnchenhand auf den Arm Ihrer freien Hand.
sucht nach Nüssen, Eicheln, Samen und was sonst noch in seine Vorderpfoten passt.Bewegen Sie Ihre Eichhörnchenhand über den Boden. Nehmen Sie eine Eichel zwischen zwei Finger.
Dieses Essen versteckt er dann,Legen Sie die Eichel zwischen Ihren Beinen ab.
damit er im kalten Winter davon naschen kann.Öffnen und schließen Sie Ihre Finger, den Eichhörnchenmund.

Nachdem die Kinder ihren Händen und Worten einige Male folgen konnten, können sie bald selbst einige der Bewegungen nachahmen. Bei weniger komplexen Fingerspielen können die Mädchen und Jungen auch im U3-Alter ihre Hände zu den Texten bewegen und so ihre Feinmotorik schulen.

Variation und Erweiterung

Wichtig ist, dass sie die Kinder dort abholen, wo diese mit ihren individuellen Fertigkeiten gerade stehen. Um die Fingerspiele im Kindergarten ein wenig aufzulockern, können Sie die Kinder aufmunternd kitzeln oder mit den Fingerfiguren zappeln. Ist Pimpelchen ungeduldig? Was meint ihr? Die Kinder haben große Freude daran, mit den zappelnden Fingerfiguren zu interagieren. Auch schüchterne Kinder trauen sich nach und nach aus sich heraus. Wenn die zehn Zappelmänner anfangen, die Kleinen zu kitzeln, gibt es meist kein Halten mehr.

Redaktion Prokita-Portal


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