Fingerspiele zu Sankt Martin: Kreatives Fingertheater in der Kita

In der Kita lernen Mädchen und Jungen wichtige Grundlagen über ihre Kultur und ihre Umwelt. Neben Eindrücken aus der Natur nehmen die Kinder auch Wissen über Traditionen und Bräuche mit. So auch beim Sankt-Martins-Tag: In der Kita hören die Kinder Geschichten und Lieder, die vom barmherzigen Sankt Martin erzählen. Auch Spiele lassen sich dazu nutzen, um den Kindern neue Inhalte zu vermitteln. Als besonders vielseitig erweisen sich Fingerspiele im Kindergarten: Hier müssen die Jungen und Mädchen sowohl kognitiv als auch motorisch agieren – und erfahren ganz nebenbei, was es mit Sankt Martin auf sich hat.

Besondere Anlässe im Kindergarten: Ideen für den Martinstag

Im Herbst können die Kinder nicht nur Veränderungen in der Natur wahrnehmen. Auf die Mädchen und Jungen warten auch einige besondere Anlässe und Aktivitäten. Einerseits spielen in den Herbstmonaten die Ernte und der Erntedank eine große Rolle: Die Kinder erfahren, welche Obst- und Gemüsesorten reif sind und welche Gerichte typischerweise im Herbst gekocht werden. Auf der anderen Seite bereiten sich die Jungen und Mädchen auch schon auf den Tag des Sankt Martins vor.

In den meisten Kindergärten spielt das Martinsfest eine zentrale Rolle im Herbst. Die Kinder basteln Laternen, lernen Lieder und stimmen sich auf die kühlere Jahreszeit ein. Ein Laternenumzug mit allen Gruppen und Kindern gehört in vielen Einrichtungen zum festen Programm. Die Kleinen präsentieren dort stolz ihre Laternen, die sie meist schon Tage oder Wochen im Voraus gebastelt haben.

Neben dem alljährlichen Laternenumzug können sich die Erzieherinnen und Erzieher auch immer wieder neue Möglichkeiten überlegen, wie sie den Mädchen und Jungen das Martinsfest näherbringen und erklären können. Eine vielseitige Option sind dabei Fingerspiele im Kindergarten. Hier folgen die Kinder nicht nur einer kleinen Geschichte, die meist in Reimform präsentiert wird. Sie müssen dazu auch ihre Finger und manchmal ihren ganzen Körper bewegen. So werden die Kinder kognitiv und gleichzeitig motorisch aktiviert.

Förderung durch Spiele und Übungen

In ihrer Kindergartenzeit eignen sich die Mädchen und Jungen wichtige und für das spätere Leben grundlegende Fertigkeiten an. Gleichzeitig lernen sie, mit anderen Kindern zu interagieren. Genauso wichtig wie soziale Kompetenzen ist auch die sprachliche Entwicklung der Kleinen. Durch Sprachspiele zum Martinstag können Sie den Kindern neuen Wortschatz und Wissen über die Legende des Sankt Martins vermitteln. Dadurch, dass die Gruppe bei Handgestenspielen auch körperlich aktiv wird, prägen sich die neuen Informationen noch besser ein. Denn so lernen die Kinder mit all ihren Sinnen.

  • Wofür ist Sankt Martin eigentlich bekannt?
  • Was hat es mit dem Mantel auf sich, den die Martinsfigur über der Schulter trägt?
  • Wieso reitet Sankt Martin bei unserem Laternenumzug durch die Nacht?

Den Kindern kommen viele Fragen, wenn sie genauer über den Martinstag nachdenken. Um diese Fragen zu beantworten, können Sie entweder kleine Rollenspiele durchführen oder den Mädchen und Jungen die Geschichte beziehungsweise ein passendes Gedicht vorlesen. Als Ergänzung bietet sich anschließend ein Fingerspiel an, das die Elemente der Geschichte aufgreift. Besonders die Reime und die passenden Bewegungen machen den Kindern große Freude.

Am Ende wissen sie, dass Sankt Martin einem Bettler geholfen hat. Sie können von seinem Ritt erzählen und seiner großen Geste, seinen wertvollen Mantel für den Bettler zu teilen. Oft sind die Kinder von der Legende beeindruckt, nach der Sankt Martin seinen Mantel mit einem Schwert geteilt haben soll. Im Vordergrund aller Erzählungen rund um den heiligen Martin sollte unter anderem auch die Hilfsbereitschaft des Bischofs stehen. Fragen wie: „Könnt ihr euch vorstellen, dass heute jemand seinen Mantel teilt, wenn ein Bettler im Schnee friert?“ sensibilisieren die Gruppe für Werte wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Fingerspiele zu Sankt Martin: Handgestenspiel zum Martinstag

Fingerspiel für Kinder zu Sankt Martin in der Kita
Infografik Mit diesem Fingerspiel kann man den Kinder die Geschichte von Sankt Martin erzählen © Prokita-Portal

Das Fingerspiel „Sankt Martin“ kann mit Kindern zwischen zwei und drei Jahren durchgeführt werden. Dabei können Sie die Übung entweder nach der Anleitung umsetzen oder sich selbst Variationen überlegen. Durch hinzugefügte Bewegungen oder Änderungen im Text lassen sich schnell tolle Alternativen kreieren. Je nachdem, wie Sie das Fingerspiel in Ihren Kita-Alltag integrieren möchten, machen unterschiedliche Formen des Spiels Sinn.

Zusatzmaterial und Vorbereitung

Wenn die Kleinkinder das Fingerspiel „Sankt Martin“ hören, erweitern Sie damit ihren Wortschatz und ihr Wissen über die Martinslegende. Aus diesem Grund eignet sich das Fingerspiel gut dafür, den Kindern wesentliche Teile der Geschichte nahezubringen.

Für die Umsetzung benötigen Sie einige Gegenstände. Falls Ihnen diese nicht zur Verfügung stehen, können Sie kreativ werden: Womit lassen sich die Dinge ersetzen? Welches Material ist in Ihrer Einrichtung bereits vorhanden? Folgende Gegenstände werden gebraucht:

  • Eine Kiste voller Bauklötze
  • Ein Stofftierpferd/Plastikpferd
  • Eine Puppe als Sankt Martin, die zwei rote Baumwolltücher über die Schulter geknotet trägt und ein Schwert (Pappschwert) trägt
  • Eine Puppe als armer Mann, der nur mit einer Unterhose bekleidet ist

Bevor es losgeht, sollten Sie gemeinsam mit den Kindern ein Stück Stadtmauer und den Torbogen mit den Bauklötzen aufbauen. Legen Sie die beiden Puppen (Martinsmann und armer Mann) sowie das Pferd griffbereit neben die Stadtmauer.

Mit Bausteinen können Erzieher Kindern ein Verständnis für Größen und Höhen vermitteln
Mit Bauklötzern kann man für Kinder vieles verständlich erklären © Ilike - Shutterstock

Nachdem Sie alle Kinder um sich versammelt haben, können Sie einen Sitzkreis auf dem Boden bilden. Dieses Ritual bietet sich gerade beim Morgenkreis an. Die Gruppe sollte das Geschehen gut beobachten können. Dann sprechen Sie den Text aus der linken Spalte und führen dazu die Bewegungen aus der rechten Spalte aus.

Text und Bewegung

Text:Bewegung zum Text:
Das ist Martin. Er reitet auf seinem Pferd vor der Stadtmauer entlang.Bewegen Sie den Reiter und das Pferd entlang der Bauklotzreihe/Stadtmauer.
Am Torbogen trifft er einen armen Mann.Stellen Sie den Reiter und das Pferd vor den Torbogen bzw. die Puppe, die den armen Mann darstellen soll.
Er hat kein Geld, er trägt kein Kleid.Breiten Sie die Arme neben Ihrem Körper aus, schütteln Sie den Kopf, schauen Sie in die Kinderrunde und deuten dann auf den armen Mann.
Das tut Martin richtig leid.Nicken Sie den Kindern mit traurigem Gesicht zu und deuten dabei mit dem Zeigefinger auf Martin.
Schnell steigt er vom Pferd herabStellen Sie die Martinspuppe neben das Pferd.
und teilt mit dem Schwert die Hälfte seines roten Mantels ab.Teilen Sie mit dem Spielzeugschwert den Mantel bzw. nehmen Sie ein rotes Stück Stoff von der Martinspuppe ab.
Den Mantelteil schenkt er nun dem armen Mann,Legen Sie den Mantelteil der Martinspuppe über die Schultern des armen Mannes.
der sein Glück kaum fassen kann.Schauen Sie freudig in die Kinderrunde.
Gern möchte er Martin Danke sagen,Legen Sie die beiden Handinnenflächen gegeneinander, wenn Sie „Danke“ sagen.
doch der ist mit seinem Pferd bereits von dannen.Stellen Sie die Martinspuppe auf dem Pferd ans andere Ende des Gruppenraumes. Dann kehren Sie auf Ihren Platz zurück und winken der Martinspuppe zusammen mit den Kindern nach.

Als Variation für die älteren Kinder Ihrer Gruppe können Sie den Text und die Bewegungen als Rollenspiel umsetzen. Ein Kind übernimmt die Rolle des armen Mannes und ein anderes die Rolle des Martins. Sie sprechen den Text und helfen den Kindern dabei, die entsprechenden Bewegungen durchzuführen.

Alternativen für den Herbst: Der Apfelbaum

Neben dem Martinsfest gibt es im Herbst viele weitere Themen, die in der Kita angesprochen und behandelt werden können. Dazu gehört zum Beispiel die Ernte. Gerade wenn die Kinder sich über einen längeren Zeitraum hinweg mit der Martinslegende befasst haben, schadet eine kleine Abwechslung nicht. Zeigen Sie den Mädchen und Jungen beispielsweise, welche Bedeutung die Ernte im Herbst hat.

Das Fingerspiel „Der Apfelbaum“ lässt sich gut mit Kindern ab drei Jahren durchführen. Die Übung fordert die Kleinen zum Mitsprechen und Mitmachen auf und fördert nicht nur die Begriffsbildung, sondern involviert die Kinder mit dem ganzen Körper. Nämlich dann, wenn sie das Gesprochene pantomimisch mitspielen.

Ein großer Vorteil: Es werden keine zusätzlichen Materialien benötigt. Setzen Sie sich mit den Kindern in einen Kreis, sprechen Sie mit ihnen den Text des Fingerspiels und machen Sie die passenden Bewegungen dazu. Vielleicht ist es zum Einstieg sinnvoll, wenn Sie das Gedicht einmal allein vorsprechen und die Kinder sich Ihre Bewegungen schon einmal ansehen können. Anschließend können die Mädchen und Jungen einsteigen und selbst aktiv werden.

Apfelbaum
Im Garten hinter unserem Zaun 
da steht ein großer Apfelbaum. 
(linke Hand hochheben, Finger stark spreizen, rechter Zeigefinger zeigt auf die linke Hand)

Im Herbst dann, irgendwann
hängen viele rote Äpfel dran. 
(mit den Händen runde Äpfel formen)

Und kommt der starke Pustewind, 
freut sich bestimmt jedes Kind. 
(Hände um den Mund legen und pusten)

Er reißt sie runter, groß und klein, 
ich sammle sie ins Körbchen ein.
(runterfallende Äpfel durch das Fallenlassen der Arme nach unten darstellen, dann pantomimisch Aufsammeln der Äpfel spielen)

Und wenn der Korb keinen Platz mehr hat,
schnapp ich mir einen und ess mich satt. 
(schnappende Bewegung mit der rechten Hand, Apfel spielerisch essen, abschließend mit der rechten Hand über den Bauch streichen)

Auch hier lassen sich Variationen und kleine Veränderungen einbauen. Lassen Sie Ihrer Fantasie dabei freien Lauf. Alles in allem können die herbstlichen Fingerspiele flexibel eingesetzt werden. Gerade zu besonderen Anlässen wie dem Martinstag vermitteln die Übungen den Kindern zudem nützliches Wissen. Besonderer Vorteil: Da die Kinder an den Fingerspielen im Kindergarten große Freude finden, können die neuen Informationen und Fertigkeiten noch besser aufgenommen werden.

Redaktion Prokita-Portal


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